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Fußball-WM alle zwei JahreUEFA schickt Brandbrief an FIFA

Der Streit um die Absicht der FIFA, die Fußball-WM künftig alle zwei Jahre auszuspielen, spitzt sich zu. Die Europäische Fußballunion hat einen Brandbrief an die FIFA geschickt und setzt den Weltverband unter Druck: Sie fordert ein Gipfeltreffen mit FIFA-Chef Gianni Infantino.

Von Thomas Kistner

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UEFA-Präsident Aleksander Ceferin  während einer PK LAURIExDIEFFEMBACQ PUBLICATIONxINxGERxSUIxAUTxONLY x05473577x (imago/Laurie Dieffembacq)
UEFA-Chef Aleksander Ceferin verlangt in einem Brief an FIFA-Präsident Gianni Infantino ein Gipfeltreffen (imago/Laurie Dieffembacq)
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Jetzt wirft die UEFA dem Weltverbandschef Gianni Infantino den Fehdehandschuh hin: Er solle "in den nächsten Wochen" ein Gipfeltreffen ausschließlich mit den 55 UEFA-Verbänden organisieren, bei dem er konkret seine WM-Pläne zu erklären habe. UEFA-Präsident Alexander Ceferin schreibt weiter, so ein Treffen sei jetzt "unerlässlich". 

FIFA-Präsident Gianni Infantino (r.) mit UEFA-Präsident Aleksander Ceferin (www.imago-images.de) (www.imago-images.de)WM alle zwei Jahre? FIFA und UEFA im Streit
Die FIFA arbeitet derzeit an einer Machbarkeitsstudie, ob die Fußball-WM alle zwei Jahre ausgetragen werden kann. Viele Verbände hoffen auf mehr Geld - doch vor allem in Europa regt sich Widerstand.

Infantino wisse selbst, dass ein solch bedeutender Beschluss nur mit Europas Zustimmung gefällt werden könne – denn dort stünde die "große Mehrheit" der Weltklassefußballer unter Vertrag.

Infantino will Treffen mit zehn Nationalverbänden aus allen Kontinenten

Mit dem Brandbrief geht die UEFA zum Gegenangriff über. Sie erwartet, dass Infantino ihrer Aufforderung nicht nachkommt. Die Europäer sind seine traditionellen Gegenspieler, sie würden ein unausgegorenes WM-Konzept, das zu ihren Lasten geht, öffentlich sezieren. Infantinos Problem ist jetzt aber: Falls er kneift, kann die UEFA das WM-Thema ohne Debatte ad acta legen. 

Zugleich durchkreuzt sie auch Infantinos Pläne, eine Zwei-Jahres-WM mit Hilfe willfähriger Funktionäre durchzuboxen. Angedacht wurde zuletzt in Zürich, je zehn Nationalverbände aus allen Kontinenten zu einer Debatte einzuladen. Mit handverlesenen Entscheidern, die an Fördermitteln hängen, trifft die FIFA am liebsten heikle Beschlüsse.

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