Samstag, 25.09.2021
 
Seit 22:05 Uhr Atelier neuer Musik
StartseiteInformationen am Abend"Terrorismus kennt keine geografischen Grenzen"14.11.2015

G20-Gipfel in Antalya"Terrorismus kennt keine geografischen Grenzen"

Nach den Anschlägen von Paris hat der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan gefordert, beim Kampf gegen den Terror "Worte in Taten umzusetzen". Bei dem morgen beginnenden G20-Gipfel in Antalya wird es nach den Attentaten nun wohl eine veränderte Tagesordnung geben.

Von Benjamin Hammer

Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (rechts) und Australiens Premierminister Malcolm Turnbull trafen sich schon vor der Eröffnung des G-20-Gipfels in Belek/Antalya. (dpa / picture alliance / Kayhan Ozer / Pool)
Der türkische Präsident Recep Tayyip Erdogan (rechts) und Australiens Premierminister Malcolm Turnbull trafen sich schon vor der Eröffnung des G-20-Gipfels in Belek/Antalya. (dpa / picture alliance / Kayhan Ozer / Pool)
Mehr zum Thema:

Präsident Hollande zu den Anschlägen in Paris "Es ist ein Akt der absoluten Barbarei"

Verhältnis zwischen Muslimen und Nicht-Muslimen "Der Dialog muss weitergehen"

Die Folgen des Terrors "Ein Crash-Kurs in Realpolitik"

Die EU und der Terror Europa wird realistischer werden

Einen Tag vor Beginn des G20-Gipfels sind auf dem Flughafen von Antalya die ersten Maschinen der Staats- und Regierungschefs gelandet. Ihre Ankunft fiel weniger überschwänglich aus, als das bei solchen Gipfeln üblich ist. Brasiliens Präsidentin Dilma Rousseff etwa war anzusehen, dass dies ein ernster Gipfel wird, überschattet von den Terrorattacken von Paris.

José Ángel Gurría, Generalsekretär der Industriestaatenorganisation OECD, sprach heute im Vorfeld des Gipfels eigentlich über Strategien gegen Steuervermeidung von großen Unternehmen. Am beherrschenden Thema kam aber auch er nicht vorbei. Und das wollte er auch gar nicht. Der Sitz der OECD befindet sich in Paris.

Terrorismus sei ein Fluch, mit dem die Gesellschaft seit einigen Jahren leben müsse. Leider, sagte Gurría. Und dann deutete er an, dass in wirtschaftlicher Ungleichheit, eine Ursache für den Terrorismus liege:

"Organisationen wie die OECD müssen sich die sozialen Gründe für dieses Phänomen anschauen. Wir müssen verhindern, dass frustrierte junge Männer und Frauen sich komplett von ihren Werten trennen, von ihren Familien, von ihren Ländern. Wir müssen verhindern, dass sie illoyal werden und dann für die unwürdigsten Ziele kämpfen."

Recep Tayyip Erdoğan, Präsident der Türkei, forderte die Staats- und Regierungschefs auf, den Kampf gegen den Terrorismus zur Priorität zu machen:

"Wir sind, was den Terrorismus betrifft, an einem Punkt angelangt, an dem Worte in Taten umgesetzt werden müssen. Ich sage das als Staatspräsident eines Landes, das seit über 30 Jahren gegen Terrorismus kämpft. Terrorismus kennt keine geografischen Grenzen, keine Religion oder Nation. Er gefährdet alle gleichermaßen."

Der türkische Präsident hatte am Samstag mit seinem französischen Kollegen François Hollande telefoniert. Dieser sagte seine Teilnahme am G20-Gipfel ab und schickt stattdessen seinen Außenminister.

Wirtschaftsthemen rücken in den Hintergrund

Ursprünglich wollten die Staats- und Regierungschefs am Sonntagabend über sogenannte "globale Herausforderungen" sprechen. Dabei soll es unter anderem um den Krieg in Syrien und den Kampf gegen den IS gehen. Nach den Anschlägen von Paris könnte dieses Thema nun aber noch mehr Raum einnehmen.

Die klassischen Wirtschaftsthemen des Gipfels – Steuerpolitik, Bankenregulierung, gerechteres Wirtschaftswachstum – dürften in den Hintergrund rücken. Sie wurden jedoch bereits über Monate von Delegationen vorbereitet und können relativ schnell verabschiedet werden.

Die Sicherheitsvorkehrungen auf dem G20-Gipfel waren bereits vor den Anschlägen von Paris sehr hoch. Im Oktober hatten Terroristen in Ankara mehr als 100 Menschen getötet. Der Gipfelort Belek bei Antalya ist weitgehend abgeriegelt. Auf 13.000 Teilnehmer des Gipfels kommen 12.000 Sicherheitskräfte.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk