Samstag, 26. November 2022

Gasstreit Ukraine-Russland
Noch keinen Durchbruch erzielt

Im Streit über die russischen Gaslieferungen an die Ukraine ist noch keine Einigung erzielt worden. „Wir haben heute noch kein abschließendes Paket, aber weitere Fortschritte erreicht“, sagte EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) am Freitag nach einem Treffen mit den Energieministern beider Länder in Berlin.

30.05.2014

    Porträt von Günther Oettinger
    EU-Energiekommissar Günther Oettinger erwartet frostige Verhandlungen im Gasstreit zwischen der Ukraine und Russland. (dpa / Jens Büttner)
    Der ukrainische Versorger Naftogas habe aber 786 Millionen US-Dollar zur Begleichung von Gasschulden an Russland überwiesen, was eine Lösung wahrscheinlicher macht. Moskau droht mit einem Lieferstopp bis Dienstag, sollte das überwiesene Geld am Montag nicht auf dem Konto von Gasprom eingegangen sein. Russland fordert insgesamt 5,2 Milliarden US-Dollar. Am Montag sollen die Verhandlungen in Brüssel fortgesetzt werden.
    Gaspreis höchst umstritten
    "Wer Gas bekommt, muss bezahlen. Umgekehrt ist der Preis von 485 Dollar für 1.000 Kubikmeter Gas unzumutbar. Er ist nicht marktgerecht, sondern er ist eindeutig von der Politik bestimmt", sagte Oettinger im Deutschlandfunk. 485 Dollar - das ist der Preis, den die Ukraine ab kommender Woche für 1.000 Kubikmeter russisches Erdgas zahlen soll, und zwar per Vorkasse. Nach Erhebungen der EU sind 350 bis 390 Dollar der Marktpreis, der von anderen europäischen Abnehmern gezahlt wird.
    Für Oettinger geht es im Augenblick vor allem darum, den Konfliktpotenzial einzugrenzen. Nicht alle Probleme zwischen Russland und der Ukraine könnten in den jetzigen Verhandlungen gelöst werden, sagte Oettinger. Das gelte etwa für die Auseinandersetzung um die russische Annexion der Krim und die dort gelagerten Gasvorräte.
    (tzi/ach)