Montag, 27. Juni 2022

Vor 245 Jahren geboren
Gauß und der verlorene Kleinplanet

Morgen vor 245 Jahren kam in Braunschweig Carl Friedrich Gauß zur Welt. Er sagte später über sich, dass er das Rechnen schon vor dem Sprechen gelernt habe.

Von Dirk Lorenzen | 29.04.2022

Der Asteroid Ceres wurde von der Raumsonde Dawn besucht – an Bord war eine Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung aus der Gauß-Stadt Göttingen.
Der Asteroid Ceres wurde von der Raumsonde Dawn besucht – an Bord war eine Kamera des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung aus der Gauß-Stadt Göttingen. (NASA/UCLA/MPS/DLR/IDA)
Seinen Aufstieg zu Weltruhm verdankt er dem Asteroiden Ceres. Der war in der Neujahrsnacht 1801 entdeckt worden, bald darauf aber im Gewimmel der Sterne wieder verloren gegangen.
Carl Friedrich Gauß – damals erst 24 Jahre alt – entwickelte eine stark verbesserte Methode zur Bahnberechnung von Himmelskörpern. So ließ sich Ceres wieder aufspüren.
1807 wurde Gauß Professor in Göttingen und Direktor der neuen Sternwarte. In einer Vielzahl von Disziplinen hat er Bahnbrechendes geleistet – Astronomie, Geometrie, Zahlentheorie, Himmelsmechanik, Landvermessung, Erdmagnetismus und Optik. Er hat das Königreich Hannover vermessen und gemeinsam mit Wilhelm Weber den ersten elektromagnetischen Telegrafen gebaut.

Kaum greifbarer Universalgelehrter

Carl Friedrich Gauß schrieb auf Deutsch, Latein, Französisch, Englisch und Russisch. Manche Historiker meinen, bisher habe niemand die volle Breite des Gaußschen Werkes ermessen, weil kaum jemand so viele Sprachen spricht und sich zugleich in all den Disziplinen auskennt, in denen Gauß gearbeitet hat.
Der große Astronom und seine Sternwarte zierten den letzten 10-Mark-Schein vor der Einführung des Euro.
Die Gaußsche Sternwarte steht heute noch, wird aber nicht mehr als Forschungsinstitut genutzt. Der erste Hausherr ist 1855 im Alter von 77 Jahren gestorben.

Leben und Werk von Carl Friedrich Gauß
NASA-Informationen und -Bilder zum Asteroiden Ceres