Geburtstag des Astronomen aus SaalfeldErasmus Reinhold und die Preußischen Planetentafeln

Vor 510 Jahren kam in Saalfeld Erasmus Reinhold zur Welt. Mit 19 begann er sein Studium an der Universität Wittenberg, wo er bald eine Professur für Mathematik und Astronomie erhielt.

Von Dirk Lorenzen | 22.10.2021

Titelblatt der Prutenischen Planetentafeln von Erasmus Reinhold
Titelblatt der Prutenischen Planetentafeln von Erasmus Reinhold ((Uni Strasbourg))
Er erstellte einen Katalog mit zahlreichen Fixsternen und sorgte mit zwei Kommentaren zum Hauptwerk des österreichischen Astronomen Georg von Peuerbach für Aufsehen. Der hatte sich etwa hundert Jahre zuvor mit dem Aufbau des Planetensystems beschäftigt.
Erasmus Reinhold erwähnt dabei sehr wohlwollend die Lehre seines Zeitgenossen Nicolaus Copernicus. Durch persönliche Kontakte war er schon früh über dessen Idee informiert, dass nicht die Erde, sondern die Sonne im Zentrum der Welt stehe.
Doch typisch für jene Zeit folgte Erasmus Reinhold nur halbherzig dem neuen heliozentrischen Weltbild. Er nutzte zwar gern die mathematischen Verfahren von Nicolaus Copernicus, übertrug sie aber in ein traditionelles, geozentrisches Modell. Warum er die Bewegung der Erde ablehnte, ist nicht bekannt.
Auf der Erde sind schon fast 300 Meteoriten von unserem Nachbarplaneten Mars entdeckt worden
ür die Planetentafeln berechnete Erasmus Reinhold auch den Lauf des Mars (Hubble / NASA / ESA)
Herzog Albrecht von Brandenburg-Ansbach förderte die Arbeit Erasmus Reinholds. Der veröffentlichte schließlich die vielbeachteten Preußischen oder Prutenischen Tafeln – Tabellen mit dem ungewöhnlich präzise vorausberechneten Lauf der Planeten.
Gemeinsam mit den Arbeiten des Copernicus lieferten sie wichtige Anregungen für die Gregorianische Kalenderreform 1582.
Da war Erasmus Reinhold schon lange tot. Er fiel 1553 mit nur 41 Jahren in Saalfeld der Pest zum Opfer.