
Mit dem Einmarsch in die Ukraine im Februar 2022 habe Russland die Welt erneut an den Rand einer menschengemachten Katastrophe gebracht, erklärte Selenskyj. Russische Drohnen flögen immer wieder über Tschernobyl hinweg; eine habe im vergangenen Jahr die Schutzhülle getroffen. Die Welt dürfe dies nicht länger zulassen.
In der Ukraine wird heute der Katastrophe in dem damals sowjetischen Atomkraftwerk gedacht. In mehreren Städten gibt es Schweigeminuten und Ausstellungen. Auf dem AKW-Gelände im Norden der Ukraine wird Präsident Selenskyj erwartet. Wegen des russischen Kriegs gegen die Ukraine findet das Andenken unter hohen Sicherheitsvorkehrungen statt.
Zehntausende Tote durch den Super-GAU
Auch in Russland, Belarus und weiteren ehemaligen Sowjetrepubliken wird an den Super-GAU erinnert. Am 26. April 1986 explodierte der vierte Reaktorblock von Tschernobyl nach einem Bedienungsfehler. Er brannte tagelang und setzte dabei große Mengen an Radioaktivität frei. Mehr als 100.000 Menschen wurden aus der 30-Kilometer-Sperrzone zwangsumgesiedelt. Hunderttausende sogenannte Liquidatoren halfen damals bei der Beseitigung der unmittelbaren Folgen in dem radioaktiv verseuchten Gebiet und wurden dabei selbst verstrahlt. Experten gehen von zehntausenden Todesfällen aus.
Strahlenwolken breiteten sich abgeschwächt auch bis nach Nord- und Westeuropa aus. Nach dem Unglück wuchs weltweit die Skepsis gegenüber der Kernenergie. Auch in Deutschland organisieren Umweltorganisationen und Aktivisten heute Gedenkveranstaltungen, Mahnwachen und Fahrradkorsos in Erinnerung an die Katastrophe vor 40 Jahren.
Diese Nachricht wurde am 26.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.



