Hochwasser-Katastrophe
Gedenken im nordrhein-westfälischen Landtag - Bundespräsident Steinmeier würdigt Solidarität nach Ahrtalflut

Im Landtag von Nordrhein-Westfalen ist der Opfer der Flutkatastrophe vor fünf Jahren in Rheinland-Pfalz und Nordrhein-Westfalen gedacht worden. Bundespräsident Steinmeier sprach den anwesenden Angehörigen sein Beileid aus. Zudem mahnte er, den Klimaschutz nicht aus den Augen zu verlieren.

    Bundespräsident Steinmeier spricht bei der Gedenkveranstaltung des Landtags und der Landesregierung zum fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Landtag.
    Bundespräsident Steinmeier spricht bei der Gedenkveranstaltung des Landtags und der Landesregierung zum fünften Jahrestag der Flutkatastrophe im Landtag. (Rolf Vennenbernd / dpa / Rolf Vennenbernd)
    Steinmeier betonte in Düsseldorf, in diesen Tagen und Nächten seien die Ängste wieder nah, auch wenn man eigentlich wieder nach vorne schauen wolle. "Wir schulden den Menschen, die in jener Nacht alles verloren haben, den ernsthaften, konsequenten Willen, dafür zu sorgen, dass wir auf solche Katastrophen besser vorbereitet sind und dass wir das uns Mögliche gegen den fortschreitenden Klimawandel tun." Für die Zukunft forderte der Bundespräsident einen besseren Hochwasserschutz etwa durch Warnsysteme, Cell Broadcast und eine Stärkung des Katastrophenschutzes.

    Steinmeier würdigt Solidarität

    Er hatte zuvor in Altenahr mit Betroffenen gesprochen und die Fotoausstellung "We Ahr strong" besucht. Die Bilder erinnerten nicht nur an einen Ort der Katastrophe, sondern auch an einen Ort, der ein beeindruckendes Maß an Solidarität erfahren habe, sagte Steinmeier. Menschen aus nah und fern seien nach der zerstörerischen Flut gekommen, um zu helfen: Sie hätten Schutt weggeräumt, Häuser vom Schlamm gereinigt und sie wieder bewohnbar gemacht. "Dieser Tag ist auch ein Auftrag an uns alle, mit unseren Möglichkeiten dafür zu sorgen, dass Hochwasserkatastrophen mit den Folgen, wie wir sie hier erlebt haben, sich möglichst nicht wiederholen", so Steinmeier.
    Auch Umweltverbände forderten mehr Anstrengungen beim Hochwasserschutz und eine Priorisierung naturbasierter Lösungen. Anstatt neuer Deiche brauche es mehr Ausweichflächen für Flüsse außerhalb von Ortschaften.

    Schnieder: "Dem Schmerz Raum geben"

    Der rheinland-pfälzische Ministerpräsident Schnieder betonte, hinter jeder Opferzahl stehe auch das Schicksal eines Menschen und einer Familie. Das Gedenken und Erinnern sei wichtig, um dem Schmerz Raum zu geben.
    Auch Bundeskanzler Merz wird am Abend im Ahrtal erwartet.
    Die Flut in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 war eine der verheerendsten Naturkatastrophen in der jüngeren deutschen Geschichte. Zu den 184 Toten kommen mehr als 800 zum Teil schwer verletzte Menschen und Schäden in Höhe von rund 18 Milliarden Euro. Nach der Katastrophe hatte es viel Kritik gegeben: An Verzögerungen bei Warnmeldungen, an zu langsamen Alarmierungsketten und an fehlendem Hochwasserschutz.
    Diese Nachricht wurde am 14.07.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.