
Kulturstaatsminister Weimer und Thüringens Landtagspräsident König (CDU) werden Grußworte sprechen. Überlebende hingegen werden in diesem Jahr erstmals seit mindestens Mitte der 1990er Jahre nicht sprechen. Hintergrund sind Probleme mit Flügen aus Israel wegen des Iran-Kriegs. Mit dem 98 Jahre alten Alojzy Maciak aus Polen und dem 99-jährigen Andrej Moiseenko aus Belarus sind dieses Jahr zwei ehemalige Häftlinge vor Ort. Von ihnen sind aber keine Reden geplant.
Im Konzentrationslager Buchenwald und seinen Außenlagern waren von 1937 bis 1945 insgesamt fast 280.000 NS-Opfer inhaftiert, mehr als 56.000 wurden ermordet oder starben aufgrund lebensfeindlicher Bedingungen. Unter den Häftlingen waren Juden, Roma, inländische politische Gegner der Nazis und Zwangsarbeiter aus Osteuropa. Buchenwald gehört zu den symbolträchtigsten und bekanntesten früheren Konzentrationslagern in Deutschland. In der DDR war es eine nationale Gedenkstätte.
Demonstration wegen Palästinensertuch in Buchenwald in Weimar
Für scharfe Kritik von vielen Seiten sorgte die angekündigte Kampagne "Kufiyas in Buchenwald" während des Gedenkens. Aktivisten wollen zum Jahrestag der Befreiung des ehemaligen NS-Konzentrationslagers mit Palästinensertüchern demonstrieren. Sie fordern die Gedenkstätte auf, den "Völkermord in Gaza" zu thematisieren. Zudem sollen palästinensische Symbole in Buchenwald nicht verboten werden. Hintergrund ist, dass im vorigen Jahr einer Frau mit Palästinensertuch ("Kufiya") der Zutritt zum Gelände verweigert wurde. Das Verwaltungsgericht Weimar untersagte einen Protest der Gruppe direkt an der Gedenkstätte. Nun soll es eine Mahnwache am Theaterplatz mit laut Stadt 150 angemeldeten Teilnehmern geben. Auch eine Gegenkundgebung ist geplant.
Diese Nachricht wurde am 12.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
