Mittwoch, 08. Dezember 2021

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Geheimsache: Pillentest

Jeder Patient, der ein Medikament einnimmt, und jeder Arzt, der ein Medikament verschreibt, muss sich auf eines verlassen können: dass es wirkt. Denn schließlich hat es vor der Zulassung in Klinischen Studien ihre Wirkung unter Beweis stellen müssen – an Hunderten oder gar Tausenden von Freiwilligen.

Von Thomas Liesen | 03.06.2012

Doch kritische Forscher haben in jüngster Zeit aufgedeckt: Der Schein trügt. Denn die Macher Klinischer Studien manipulieren auf vielfältige Weise die Ergebnisse der Medikamententests. Beliebter Trick: Nur Ergebnisse, die das Mittel gut aussehen lassen, werden öffentlich gemacht. Studienergebnisse, die gegen das Medikament sprechen, bleiben dagegen in der Schublade. Folge: Die Wirkung von Medikamenten wird überschätzt, Nebenwirkungen unterschätzt.

Vor Jahren schon haben einzelne Länder mit Gesetzen reagiert. Das Problem ist erkannt. Ist es damit auch gelöst? Mitnichten, zeigen jüngste Untersuchungen, nach wie vor erfahren Wissenschaftler, Ärzte und Patienten nur von einem Teil der Studien. Welche Folgen hat diese Verzerrung? Und was geschieht, um allgemein akzeptierte Standards endlich durchzusetzen?

"Manuskript zur Sendung:"

Geheimsache: Pillentest

"Weiterführende Links:"

Seiten des Deutschlandradios:

Gute Pille, schlechte Pille
(Campus & Karriere vom 07.03.12)

Antes: Klinische Studien werden bewusst zurückgehalten
(Radiofeuilleton: Thema vom 02.08.11)

"Ich glaube, dass ich durchaus diplomatisch sein kann"
(Forschung aktuell vom 31.08.10)

Die wahren Gründe für Peter Sawickis Karriereende
(Andruck vom 06.09.10)

Gerd Antes: Wir brauchen mehr öffentlich geförderte Studien
(Radiofeuilleton: Thema vom 25.03.09)

Links ins Netz:

Clinical Trials

BMJ: Erfolg der Veröffentlichungspflicht in den USA, 2012 (PDF)

Publication Bias, Postitionspapier des VFA

Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte

IQWIG: Nutzen von Reboxetin (24.11.09)

Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft

Deutsches Cochrane-Zentrum