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StartseiteSport AktuellRuhe am Riedberger Horn06.04.2018

Geplantes SkigebietRuhe am Riedberger Horn

Naturschützer im Alpenraum dürfen sich freuen. Die bayerische Landesregierung hat ein umstrittenes Projekt gestoppt. Es geht um den Bau eines Skilifts und einer Ski-Abfahrt, die auf das Riedberger Horn führen sollen. Um seltene Vögel zu schützen, hatten Umweltschützer Klagen angedroht.

Von Tobias Krone

Markus SOEDER (designieter Ministerpraesident Bayern), Einzelbild,angeschnittenes Einzelmotiv,Portraet,Portrait,Porträt Skispringen, 66.Internationale Vierschanzentournee 2017/18. Neujahrsspringen in Garmisch Partenkirchen am 01.01.2018. *** Markus SÖDER designieter former Minister President of Bavaria frame single subject cut to portrait portrait portrait ski jumping 66 international four hills tournament 2017 18 new year s event in Garmisch Partenkirchen on 01 01 2018  (Imago Sportfoto)
Der bayerische Ministerpräsident Söder hat heute ein geplantes Skiprojekt im Alpenraum gestoppt. (Imago Sportfoto)
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Die Entscheidung der bayerischen Staatsregierung überrascht. Und so richtig flüssig geht sie dem Ministerpräsidenten Markus Söder nicht über die Lippen.  "Auf die Skischaukel wird verzichtet. Für mindestens zehn Jahre. Auf jeden Fall wird jetzt verzichtet ...auf die Skischaukel", so Söder.

Die Skischaukel, das wäre ein Verbindungslift zwischen den Skigebieten in Balderschwang und Obermaiselstein gewesen – inklusive einer Ski-Abfahrt, für die noch Wald hätte gerodet werden müssen. Für das Projekt haben die kleinen Gemeinden in den Allgäuer Alpen drei Jahre lang gekämpft. Die Skischaukel sollte zwei sehr kleine Skigebiete zu einem mittelgroßen verbinden und damit mehr Skitouristen anlocken. Es hätte aber auch einen beispiellosen Eingriff in die Natur bedeutet. Und auch einen Angriff auf das Revier des Birkhuhns, das in den Alpen vom Aussterben bedroht ist.

Söder ist für Ruhe und Frieden

Nun schwenkt die CSU-geführte Landesregierung um. Und will in dem Tal ein Naturerlebniszentrum einrichten. Markus Söder: "Das Ziel ist wieder Ruhe und Frieden am Riedberger Horn zu schaffen, und diesen wunderschönen Teil bayerischer Natur nicht mehr mit politischen Diskussionen zu überfrachten, sondern ihm eine eigenständige Perspektive zu geben, die sowohl den Interessen der Ökologie als auch die Interessen eines naturschonenden Tourismus betrifft."

Jahrelang hatte das Riedberger Horn für hitzige Debatten gesorgt zwischen Kommunalpolitikern auf der einen und Naturschutzverbänden, Naturschutzbehörden und der ehemaligen Umweltministerin Ulrike Scharf auf der anderen Seite. Auch ein großer Teil der Bevölkerung war gegen das Projekt.

Es sei der politische Druck, dem Ministerpräsident Markus Söder nun nachgebe, meint Naturschützer Richard Mergner vom Bund Naturschutz Bayern.  "Wir freuen uns natürlich, dass Herr Söder die Vorschläge des Bund Naturschutz endlich aufgegriffen hat, nämlich dass wir das Allgäu mit einem sanften Tourismus entwickeln müssen und dass die Skischaukel am Riedberger Horn und vor allem eine neue Piste durch Rutschgelände vorerst zumindest ins Abseits gekommen ist. Wir werden aber an unserer Klage gegen die Änderung des Alpenplans festhalten."

Naturschützer klagen weiter

Vor 45 Jahren hatte der Alpenplan für das Riedberger Horn die besonders sensible Schutzzone C vorgesehen. Um den Bau der Skischaukel voranzubringen, ließ die CSU diese Schutzzone auf benachbarte Gebiete verlegen, ein historisch einmaliger Vorgang. Die Naturschützer klagen jetzt gegen diese Änderung. Denn Söder will sie nicht rückgängig machen, auch wenn er für seine Amtszeit den Bau der Skischaukel ausschließt.  

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