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Gipfel im KanzleramtInvestitionen für Afrika

Merkel reicht ihrem Amtskollegen vor dem Kanzleramt die Hand (dpa/Bernd von Jutrczenka)
Kanzlerin Merkel begrüßt den äthiopischen Regierungschef Abiy Ahmed Ali (dpa/Bernd von Jutrczenka)

Eine bessere Infrastruktur und eine Modernisierung der Landwirtschaft - das sind zwei Ziele der G20-Initiative "Compact with Africa". Der Weg dorthin soll vor allem über private Investitionen führen. Ein hochrangig besetzter Gipfel tagt im Kanzleramt in Berlin.

Bundeskanzlerin Merkel betonte zu Beginn des Afrika-Gipfels, Europa habe Interesse an einer guten und gewinnbringenden Nachbarschaft. Merkel berät in der Hauptstadt mit den Staats- und Regierungschefs von elf afrikanischen Ländern über Zukunftsperspektiven des Kontinents. Den Plänen der Bundesregierung zufolge sollen Investitionen in Afrika mit Darlehen und Risikoabsicherungen gefördert werden.

Im Gegenzug müssen sich die Partnerländer bereit erklären, gegen Korruption vorzugehen und Maßnahmen für mehr Transparenz einzuleiten. Auch afrikanische Start-ups, der Export afrikanischer Produkte und die Ausbildung in Afrika will Deutschland unterstützen. Zusammen mit der Weltbank, dem Internationalen Währungsfonds und der Afrikanischen Entwicklungsbank wird die Bundesregierung dafür einen Fonds auflegen. Zum Investitionsvolumen äußerte sich Merkel nicht.

"Hunger ist Mord"

Bundesentwicklungsminister Müller hatte vor Beginn des Gipfels betont, man wolle in den Aufbau von Gesundheitsstrukturen, in die Stärkung der Landwirtschaft sowie in Bildung investieren. Afrika nehme 90 Prozent seiner Flüchtlinge selbst auf. Mit dem Wissen und der Technik von heute könne das Ernährungsproblem gelöst werden, erklärte der CSU-Politiker im Bayerischen Rundfunk und unterstrich: "Hunger ist Mord".

Bundespräsident Steinmeier sagte vor dem Gipfel, es gelte, vor allem für junge Afrikaner die Perspektiven zu verbessern, damit sie sich nicht auf den Weg nach Europa machen müssten. Steinmeier hatte die Staatschefs gestern zu einem Abendessen in Schloss Bellevue empfangen. Landwirtschaftsministerin Klöckner verwies auf das hohe Bevölkerungswachstum und meinte, ein moderner Agrarsektor könne zur Senkung der Arbeitslosigkeit beitragen. Dies wäre ein Beitrag zur Bekämpfung von Fluchtursachen, sagte die CDU-Politikerin dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

IWF und Weltbank sitzen mit am Tisch

Ziel der Konferenz "Compact with Africa". Ziel ist es, private Investitionen auf dem Kontinent zu stärken. Vertreten sind auch die Weltbank und der Internationale Währungsfonds sowie Unternehmen. Aus Afrika sind unter anderem der neue äthiopische Ministerpräsident Abiy Ahmed Ali sowie der ägyptische Präsident Abdelfattah al-Sisi angereist.

Zu den Teilnehmern zählt auch der österreichische Bundeskanzler und EU-Ratsvorsitzende Kurz. Bundeskanzlerin Merkel hatte während der deutschen G20-Präsidentschaft im vergangenen Jahr eine Initiative für mehr wirtschaftliches Engagement ins Leben gerufen. Jetzt soll eine erste Zwischenbilanz gezogen werden.

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