
Zentraler analytischer Punkt seines Buches ist laut Gerhardt, zu zeigen, dass es ein Irrweg sei, Glaube und Wissen nach Art von Gegensätzen zu behandeln. Trotz der ständigen Eröffnung neuer Wissensräume stoße auch der moderne Mensch an Grenzen. Um seine Identität nicht aufzugeben, müsse er aus dem bloßen Wissen heraus und wieder glauben, so der Philosoph im DLF-Interview.
Beschäftigung mit dem Ausgangspunkt der Gottesfrage
Gerade wenn man sich mit dem Äußersten des Wissen beschäftige, wie es die großen Physiker des 20. Jahrhunderts getan haben, stoße man auf den eigentlichen Ausgangspunkt der Gottesfrage: Was bedeutet uns das Wissen und wie verstehen wir uns unter diesen Bedingungen, unter denen wir zwar auf Wissen angewiesen sind, aber uns niemals gänzlich darauf verlassen können?
In diesem Kontext sei der Glaube für ihn eine Einstellung zum Wissen, sagte Gerhardt weiter. Auf sie komme es im Notfall an, wenn es um die Existenz gehe, die Bedeutung, "die wir uns selbst geben müssen, um von anderen ernst genommen zu werden und uns selbst ernst zu nehmen."
Das Interview mit Volker Gerhardt können Sie in unserem Audio-On-Demand-Bereich nachhören.
