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StartseiteCorsoEine Frage der Zeit12.11.2018

Graphic Novel "Drei Wege"Eine Frage der Zeit

Der Alltag junger Frauen in den Jahren 1918, 1968 und 2018 – in ihrer Graphic Novel "Drei Wege" beschreibt Julia Zejn das Erwachsenwerden unterschiedlicher Generationen. "Ich wollte, dass man Parallelen, aber auch Unterschiede gegenübergestellt sieht", sagte Zejn im Dlf.

Julia Zejn im Corsogespräch mit Sören Brinkmann

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(avant Verlag)
Julia Zejn - Drei Wege (avant Verlag)
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Die Illustratorin Julia Zejn stellt die Lebenswege von drei jungen Frauen ins Zentrum ihrer Geschichte: Ida arbeitet im Jahr 1918 als Hausangestellte in einer großbürgerlichen Familie in Berlin. 50 Jahre später, 1968, lebt Marlies in traditionellen Familienverhältnissen bei ihren Eltern, hört die Beatles und träumt davon, eine Ausbildung zur Buchhändlerin zu machen. In der heutigen Zeit schließlich spielt die Geschichte von Selin, einer jungen Abiturientin, die noch nicht weiß, was sie mit ihrem Leben anfangen soll.

"Ich wollte eigentlich eine Geschichte über das Erwachsenwerden erzählen", sagte Zejn im Deutschlandfunk. Dabei habe sie sich auch die Frage gestellt, welche Entscheidungsmöglichkeiten man habe, "so dass es dann automatisch auch eine Geschichte über Emanzipation geworden ist".

Aufbrüche der Frauenbewegung

In der Graphic Novel "Drei Wege" geht es insbesondere darum, wie sich das Leben junger Frauen in den zurückliegenden 100 Jahren verändert hat. "Es ist ganz viel passiert in dieser Zeit", sagte die Autorin, die unter anderem an Entwicklungen in der Frauenbewegung erinnerte.

In ihrem Buch verschränkt Julia Zejn die Geschichten ihrer Protagonistinnen ineinander, indem sie einzelne Verbindungen in den Lebenswegen herstellt. Ida und Marlies stehen stellvertretend für Generationen, die Aufbrüche der Frauenbewegung erlebt haben. Historische Ereignisse fließen jeweils in die Episoden mit ein.

"Viel verbessert"

Bei Selin hingegen zeigt sich eher eine unpolitische Generation: "Es kam mir nicht authentisch vor, dass Selin mit 18 schon super politisch engagiert ist", so Zejn, auch wenn es noch viel zu erreichen gebe.

"Es gibt immer noch weniger Frauen in Führungspositionen und Frauen verdienen im Schnitt weniger. Aber trotzdem hat sich auch unglaublich viel verbessert in den letzten hundert Jahren natürlich."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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