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GroßbritannienDebatte um Trump-Besuch

Donald Trump auf Staatsbesuch bei der Queen: Geht es nach Premierministerin Theresa May, könnte es bereits Anfang Juni soweit sein. Ein Vorschlag, der nicht nur bei den britischen Bürgern, sondern auch im britischen Parlament für Diskussionen sorgt.

Von Friedbert Meurer | 20.02.2017

Debatte im britischen Unterhaus in London.
Debatte im britischen Unterhaus. (picture-alliance/dpa/PA_Wire)
Die Queen und US-Präsident Donald Trump fahren gemeinsam in der goldenen Staatskutsche entlang der Prachtmeile auf den Buckingham Palast zu. Dass es so kommen wird, vielleicht Anfang Juni, ist der Wunsch von Premierministerin Theresa May, die Donald Trump damit eine besondere Ehre erweisen will. Auch Trump selbst erzählte im Interview, wie sehr schon seine Mutter die Queen immer bewundert habe.
"Ich denke, der Staatsbesuch war viel zu voreilig", meint der frühere Vize-Regierungschef Nick Clegg von den Liberaldemokraten.
"Sie bekommen ein flaues Gefühl im Magen, wenn der rote Teppich ausgerollt und all die Staatsinsignien hergezeigt werden für einen Mann, der sich immer mehr erratisch, unvorhersehbar und spalterisch verhält."
Konservative Stimmen zu Trump
Auch im konservativen Lager Großbritannien sind nicht alle Anhänger Donald Trumps, die Einladung an ihn halten sie aber aus übergeordnetem nationalen Interesse für richtig, zum Beispiel Außenminister Boris Johnson.
"Die Beziehungen zwischen uns und den USA, die außenpolitisch die letzten 100 Jahre die wichtigste Macht darstellen, sind entscheidend, wir setzen sie fort."
Beflügelt wurden die Proteste auch noch vom Speaker, dem Präsidenten des Unterhauses, der eine Rede Donald Trumps vor dem Parlament rigoros ablehnte.
"Unser Widerstand gegen Rassismus und Sexismus seien sehr klare Haltungen im Unterhaus", rief John Bercow von den Konservativen mit Inbrunst aus. Seine Kritiker werfen ihm eine Ego-Show vor, Trump wolle ja überhaupt nicht vor dem Parlament reden.
Auch wird Bercow zum Beispiel von seinem Parteifreund Nadhim Zahawi vorgehalten, dass der Staatspräsident Chinas oder der Emir von Kuwait sehr wohl Gäste in Westminster gewesen seien – allerdings nur in den Royal Galleries, den Königlichen Galerien, eine feine Abstufung.
Unterschriften ohne Wirkung
Aufhalten werden die Petition der 1,8 Millionen und die heutige Debatte den Staatsbesuch Donald Trumps nicht. Aber ganz so glanzvoll wird sein Empfang in Großbritannien wohl nicht ausfallen. Während seines Besuchs, so hoffen seine Gegner, könnten bis zu einer Million Demonstranten im Hyde Park ihren Unmut kundtun.

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