
Zugleich kündigten die Vorsitzenden der Grünen-Bundestagsfraktion und der -Bundespartei, Dröge, Hasselmann, Brandtner und Banaszak, an, ihre persönlichen Accounts stillzulegen. Das gleiche Vorgehen empfehlen sie ihren entsprechenden Vorständen und anderen Parteimitgliedern. Die Grünen wollen ihre Nutzerkonten allerdings nicht löschen, sondern nur nicht mehr mit Inhalten bespielen.
Grünen-Geschäftsführerin Edalatian sagte dem Medienhaus Table, X habe nachweislich an Relevanz als politische Informations- und Diskussionsplattform verlorenund sei "zu einem Einfallstor für Desinformation und eine aggressive Debattenkultur" geworden. Man wolle weiterhin im digitalen Raum diskutieren und dabei andere Perspektiven sehen und berücksichtigen. Auf X sei das jedoch kaum noch möglich.
Die SPD hatte bereits vor zwei Jahren in Teilen ihren Rückzug von X eingeleitet. Auch Teile der Grünen haben X schon vor längerer Zeit den Rücken gekehrt. So teilte der Landesverband der Grünen in Mecklenburg-Vorpommern mit, man werde X aufgrund der "gravierenden Zunahme von Falschmeldungen, Hassrede und extremistischen Äußerungen" verlassen. Auch andere Institutionen sind schon länger nicht mehr auf der Plattform aktiv, jüngst stellte die Süddeutsche Zeitung ihre Verbreitung von Inhalten auf X ein. Auch die SZ argumentierte mit zunehmender Verrohung.
Rechtsruck auf Twitter-Nachfolger X als Hauptgrund für Rückzug vieler Institutionen
X, ehemals Twitter, steht vor allem in der Kritik, weil dort inzwischen oft Akteure dominieren, die mit rechtsradikalen, rassistischen, diffamierenden, beleidigenden oder ähnlichen Äußerungen auffallen. Seit dem Kauf der Plattform durch Tesla-Chef Musk, der wegen rechtspopulistischer Äußerungen selbst in der Kritik steht, hat die Kritik massiv zugenommen. Musk hatte Änderungen unter anderem bei der Moderation von Inhalten umgesetzt, sodass feindliche Äußerungen heute weniger stark reguliert werden.
Diese Nachricht wurde am 05.05.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
