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StartseiteSport am Wochenende"Habe mich in der Blase in Ägypten wirklich sicher gefühlt"31.01.2021

Handball-Nationalspieler Kastening"Habe mich in der Blase in Ägypten wirklich sicher gefühlt"

Dänemark gewinnt die trotz Corona durchgeführte Handball-Weltmeisterschaft in Ägypten. Deutschland ist schon in der Hauptrunde gescheitert. "Natürlich waren wir sehr enttäuscht, aber wir haben auch eine Menge mitnehmen können", reflektiert Nationalspieler Timo Kastening die WM.

Timo Kastening im Gespräch mit Raphael Späth

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Deutschlands Timo Kastening mit AOK-Schriftzug bei der WM 2021 in Ägypten (www.imago-images.de)
Nationalspieler Timo Kastening bei der WM in Ägypten (www.imago-images.de)

Das Viertelfinale wäre das Minimalziel der Deutschen gewesen, und doch war es in der Hauptrunde mit einer Niederlage gegen Spanien schon vorbei. "Ich glaube, man hat bei dieser WM wieder gesehen, wie nah Hauptrunde und Finale zusammenliegen. Man muss auf dem Punkt da sein und das waren uns die Teams in diesem Jahr voraus," schätzt Kastening die deutsche Leistung ein.

Trotz Ausfällen eine gute Mannschaftsleistung

Das deutsche Team hatte allerdings auch mit Ausfällen zu kämpfen: Patrick Wiencek, Hendrik Pekeler, Steffen Weinhold und Finn Lemke verzichteten auf die WM-Teilnahme aus Sorge vor einer Corona-Infektion. Dass die deutsche Mannschaft die fehlenden Spieler ersetzen konnte, erfüllt Kastening auch mit etwas Stolz.

Beim Olympia-Qualifikationsturnier im März werden diese Ausfälle wahrscheinlich wieder auf der Platte stehen. Dann trifft Deutschland in einer Gruppe auf Schweden, Slowenien und Algerien - nur zwei Mannschaften qualifizieren sich für die Olympischen Spiele im Sommer in Tokio.

Sichere Blase während der WM

Er selbst fühlte sich während der WM vor einer Infektion gut geschützt: " Die Blase wurde eingehalten. Wir haben uns höchstens auf dem Freiraum des Hotels mit anderen getroffen. Ich kann für mich sprechen: Ich habe mich im Kreise der Mannschaft wirklich sicher gefühlt. Ich finde es aber auch verständlich, wenn man das Gefühl nicht hatte."

Vor allem zu Beginn der Weltmeisterschaft gab es auch aus dem Spielerlager heftige Kritik am Hygienekonzept. Die Mängel wurden aber nach Informationen des Deutschen Handball-Bundes schnell behoben. Timo Kastening kann sich auch vorstellen, dass das Hygienekonzept in Ägypten als Vorbild für weitere Sportgroßveranstaltungen dienen kann.

Deutschlands Johannes Golla wirft auf das Tor. (dpa/Sascha Klahn) (dpa/Sascha Klahn)Handball-WM in Ägypten - "Müssen das machen, damit unsere Sportart am Leben bleibt"
Am Mittwoch startet in Ägypten die Handball-WM. Mehrere Nationalspieler haben aus Sorge vor einer Corona-Infektion abgesagt. "Ich kann jeden verstehen", sagte der deutsche Nationalspieler Philipp Weber im Dlf-Sportgespräch. Die Austragung der WM sei für den Sport aber überlebenswichtig.

Kastening hofft auf reguläres Bundesliga-Ende

Nach der Rückreise wurde bekannt, dass der Flensburger Spieler Johannes Golla mit Corona infiziert ist. Der Kreisläufer ist bisher der einzige Coronafall im deutschen Team nach der WM und fällt bei Flensburg erstmal aus.

Der Spielplan der Bundesliga ist eng mit Spielterminen gefüllt, am Wochenende müssen fünf Spiele aufgrund der hohen Belastung der WM-Teilnehmer verschoben werden.

Timo Kastening von der MT Melsungen macht sich aber nicht so viele Sorgen. Er hofft vor allem, dass es nicht zu weiteren coronabedingten Spielabsagen kommt. Kastening wurde im Dezember positiv auf das Virus getestet, die Bundesliga-Saison endet regulär Ende Juni, gut einen Monat vor Beginn der Olympischen Spiele. 

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