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StartseiteSport AktuellViele Millionen für den Sport27.11.2020

Haushaltsberatungen im BundestagViele Millionen für den Sport

Der Bundestag-Haushaltsausschuss hat sich auf einen Budget-Entwurf für das kommende Jahr geeinigt. Die Mittel für die Spitzensportförderung steigen weiter auf fast 300 Millionen Euro an. Und auch für die Profi-Ligen und Verbände gibt es gute Nachrichten.

Von Maximilian Rieger

Eine Trainingshalle im Fechtzentrum Tauberbischofsheim (Baden-Württemberg).  (dpa/picture alliance/Jan-Philipp Strobel)
2021 sollen dem Spitzensport 293 Millionen Euro zu Gute kommen. (dpa/picture alliance/Jan-Philipp Strobel)
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Bis tief in die Nacht haben die Verhandlungen des Haushaltsausschusses gedauert. Nun steht fest, wofür der Bund im Jahr 2021 Geld ausgeben möchte. In zwei Wochen verabschiedet das Parlament den Haushalt dann endgültig. Und auch der Sport darf sich über mehr Geld freuen. Ein Überblick.

Wie viel Geld fließt in die Spitzensportförderung?

Während sich Länder und Kommunen um den Breitensport kümmern, ist die Förderung des Spitzensports Aufgabe des Bundes. Das Parlament stellt dem zuständigen Bundesinnenministerium dafür jährlich eine dreistellige Millionensumme bereit. Im kommenden Jahr sollen es 293 Millionen Euro sein, ca. 13 Millionen Euro mehr als in diesem Jahr. Im Vergleich zum Haushalt 2017 sind die Mittel sogar um 125 Millionen Euro gestiegen – ein Zuwachs von 74 Prozent.

Das Geld dient vor allem dazu, die olympischen Stützpunkte, die Bezahlung der Trainer und die Athletenförderung zu finanzieren. Ziel der Bundesregierung: Den deutschen Sport bei seinem Bestreben zu unterstützen, weiterhin bei internationalen Wettbewerben eine führende Sportnation zu sein.

Wie geht es mit dem Corona-Hilfspaket für Profi-Ligen und Verbände weiter?

Im Sommer hatte der Bundestag beschlossen, ein Corona-Hilfspaket für (semi-)professionelle Mannschaften, Ligen und Verbände aufzusetzen. 200 Millionen Euro stellte das Parlament dafür zur Verfügung. Mit dem Geld sollten 80 Prozent der Ticketeinnahmen ersetzt werden – bis zu einem Höchstwert von 800.000 Euro pro Verein oder Verband. Das Geld sollte aber nur bekommen, wer tatsächlich in finanzieller Not ist. Bis Mitte des Monats hatten mehr als 300 Sportorganisationen einen Antrag gestellt und dabei insgesamt knapp 70 Millionen Euro beantragt. Rund 50 Millionen Euro hat das zuständige Bundesverwaltungsamt bewilligt.

Das Geld, das nicht in diesem Jahr ausbezahlt wird, soll in das kommende Jahr übertragen werden. Zusätzlich stellt der Bund weitere 200 Millionen Euro bereit. Für Profi-Ligen und Verbände stehen damit im Jahr 2021 mehr als 300 Millionen Corona-Hilfe bereit.

Zudem soll die Vergabe-Richtlinie angepasst werden. Klubs sollen im kommenden Jahr bis zu 90 Prozent ihrer Ticketeinnahmen ersetzen dürfen. Ganz neu ist die Regelung, dass Vereine und Verbände zu 70 Prozent auch den Wegfall von anderen Einnahmen ersetzt bekommen sollen – und zwar in einer Höhe von bis zu drei Millionen Euro. Voraussetzung: Die Sportorganisation muss im ersten Halbjahr 2021 mindestens 30 Prozent weniger Umsatz gemacht haben als im vergleichbaren Zeitraum 2019.

Mit welchen weiteren Maßnahmen fördert der Bund den Sport?

Auch bei den Kosten für Sport-Großereignissen will sich der Bund stärker beteiligen. Verbände, die im kommenden Jahr eine Welt- oder Europameisterschaft ausrichten, sollen statt 150.000 Euro nun bis zu 400.000 Euro erhalten können. Die Zuwendungen für sonstige Sportgroßveranstaltungen steigen von 75.000 Euro auf bis zu 200.000 Euro. Mit diesem Geld will der Bund die Verluste aus dem Ticketbereich und die höheren Kosten für die Hygienekonzepte ausgleichen.

Und auch wenn der Bund den Breitensport nicht direkt fördert – auch kleine Sportvereine können von den heutigen Beschlüssen profitieren. Denn der Bundestag stellt weitere 200 Millionen Euro für die Sanierung kommunaler Einrichtungen zur Verfügung. Bereits im Nachtragshaushalt für das Jahr 2020 hatte der Bund 600 Millionen bereitgestellt. Auf dieses Geld können sich zum Beispiel Kommunen bewerben, die ihr Schwimmbad oder ihre Sporthalle sanieren wollen.

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