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StartseiteSternzeitDie Schweiz im Asteroidengürtel01.08.2020

Helvetia, Appenzella & Co.Die Schweiz im Asteroidengürtel

Um die Sonne laufen Hunderttausende von Asteroiden – Brocken aus Gestein, Metall und Eis, zwischen wenigen Metern und einigen hundert Kilometern groß.

Von Dirk Lorenzen

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Paul Wild hat nicht nur viele Asteroiden entdeckt, sondern auch diesen Kometen namens Wild 2  (NASA)
Paul Wild hat nicht nur viele Asteroiden entdeckt, sondern auch diesen Kometen namens Wild 2 (NASA)

Nach der Entdeckung der ersten Objekte dieser Art wurden zunächst nur antike Götter für die Benennung ausgewählt. Irgendwann reichte das nicht mehr aus und inzwischen sind fast alle Namen möglich.

Viele Entdecker verewigen ihre Heimat am Himmel. Austria und Germania, benannt von einem Wiener und einem Düsseldorfer Astronomen, laufen schon seit dem 19. Jahrhundert um die Sonne.

Bemerkenswerterweise gibt es Helvetia im Sonnensystem erst seit 2002. Der Asteroid wurde von einem Amateurastronomen in Winterthur entdeckt.

Sehr viel länger fliegen Lausanna, Lucerna, Basilea und Berna durch das All. Traditionell wurde für Asteroidennamen die weibliche lateinische Bezeichnung genommen.

Von den „Schweizer“ Asteroiden gibt es keine Nahaufnahmen – diese Objekte bestehen meist aus Gestein und Metall, ähnlich wie Gaspra (NASA) (NASA)Von den „Schweizer“ Asteroiden gibt es keine Nahaufnahmen – diese Objekte bestehen meist aus Gestein und Metall, ähnlich wie Gaspra (NASA) (NASA)

So gibt es auch Glarona, nach dem Kanton Glarus, aus dem der Entdecker Paul Wild stammt, ebenso wie der große Kosmologe Fritz Zwicky. Wild hat 1971 ein Objekt Appenzella genannt – just in dem Jahr, in dem eine Volksabstimmung das Frauenwahlrecht in der Schweiz einführte.

Der Asteroid Zimmerwald trägt den Namen der Sternwarte in der Nähe Berns, von der aus er entdeckt wurde. Kurios ist Falpotat, ein wenige Kilometer langes Bächlein im Schweizer Jura, das den Sprung ins Weltall geschafft hat.

Die Rhone fließt dagegen bisher nur auf der Erde. Auch Genf sucht man im Kosmos vergeblich – so gibt es noch einige Namensreserven für Schweizer Asteroidenjäger.

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