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Hermann Parzinger über Restitution"Diese Aufgabe wird uns noch lange beschäftigen"

Heute wurden in Berlin erstmals in der Geschichte des Ethnologischen Museums Berlin geraubte Objekte restituiert. Die Rückgabe von Grabbeigaben an die Nachfahren indigener Gruppen aus Südwest-Alaska sei allerdings nur der Anfang einer längerfristigen Zusammenarbeit, sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz im Dlf.

Hermann Parzinger im Gespräch mit Karin Fischer | 16.05.2018

Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, nimmt am 05.10.2017 in Berlin an einer Pressekonferenz zum Start des Provenienzforschungsprojekts zur anthropologischen Sammlung menschlicher Schädel teil.
Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz (picture-alliance / dpa / Maurizio Gambarini)
Auch die Vertreter der Chugach Alaska Corporation seien an weiteren Kooperationen interessiert, und diese könne Vorbildfunktion für die Zusammenarbeit mit anderen indigenen Gruppen einnehmen.
Wichtig ist Parzinger zudem die Einbeziehung von Kuratoren aus den Herkunftsländern der Objekte, dazu ist man mit Vertretern aus Venezuela und Tansania im Gespräch. Das Ergebnis dieser Arbeit soll im Humboldt Forum sichtbar werden.
Es sei allerdings bei allein 500.000 Objekten im Ethnologischen Museum noch viel Arbeit zu tun, so Parzinger. Die Provenienzforschung gehöre zum täglichen Geschäft der Kuratoren, aber komplexe Recherchen über die Herkunft der Objekte bedürften mehr Mittel und seien häufig nur mit Forschern aus den Herkunftsländern zu leisten.