Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Heute sollen Friedensgespräche in Pakistan beginnen - iranische Delegation in Islamabad eingetroffen

In der pakistanischen Hauptstadt Islamabad sollen heute Verhandlungen auf höchster Ebene zu einer dauerhaften Friedenslösung im Krieg zwischen den USA, Israel und dem Iran beginnen. Die iranischen Vertreter unter Leitung von Parlamentspräsident ⁠Ghalibaf trafen am Abend ein. Die US-Delegation wird von Vizepräsident Vance angeführt.

    Zwei bewaffnete Soldaten in olivgrünen Unifmormen stehen in islamabad, Pakistan auf einer Straße. Vor ihnen verläuft eine Rolle Stacheldraht quer über die Straße.
    Straßensperre der Armee in Islamabad, Pakistan, am 10.4.2026 vor den Verhandlungen über eine Waffenruhe im Iran-Krieg. (dpa / ASSOCIATED PRESS / Anjum Naveed)
    Er äußerte sich vor seinem Abflug optimistisch, warnte Teheran aber zugleich davor, "Spielchen zu spielen". US-Präsident Trump drohte für den Fall eines Scheiterns der Gespräche mit erneuten Angriffen auf den Iran.
    Der iranische Parlamentspräsident Ghalibaf stellte seinerseits Bedingungen: Noch vor Beginn der Gespräche müsse ein Waffenstillstand im Libanon in Kraft treten. Zudem müssten eingefrorene iranische Vermögenswerte freigegeben werden, schrieb er auf X.
    Unterschiedliche Auffassungen gibt es auch über das iranische Atom- und Raketenprogramm und die Sicherung der strategisch wichtigen Straße von Hormus.
    In Islamabad wurde bereits am Freitag das Stadtzentrum abgeriegelt; über 10.000 Einsatzkräfte sollen die Sicherheit der Beratungen gewährleisten.

    US-Präsident Trump soll auf Fernsehansprache verzichtet haben

    Die Verhandlungen finden innerhalb der zweiwöchigen Feuerpause statt, auf die sich die Konfliktparteien USA, Israel und Iran geeinigt haben. US-Präsident Trump hatte Insidern zufolge vorab auf eine geplante Fernsehansprache an die Nation zum Waffenstillstand verzichtet. Berater sollen Bedenken geäußert haben, die noch fragile Einigung zu sehr zu loben, berichtet die Nachrichtenagentur Reuters. Das ⁠Präsidialamt wies die Darstellung ⁠zurück.

    Wadephul appelliert an Teheran

    Deutschland und Spanien mahnten konstruktive Verhandlungen an. Bundesaußenminister Wadephul teilte im Onlinedienst X mit, er habe mit seinem iranischen Kollegen Araghtschi gesprochen und ihn aufgefordert, die mit den USA vereinbarte Waffenruhe einzuhalten. Neben konstruktiven Verhandlungen habe er von Teheran auch verlangt, eine sichere Schifffahrt durch die Straße von Hormus zu ermöglichen.

    Weiterführende Informationen

    Über die aktuellen Entwicklungen im Iran-Krieg halten wir Sie auch in einem Newsblog auf dem Laufenden.
    Waffenruhe im Iran-Krieg: So ist die aktuelle Lage vor den Verhandlungen in Pakistan (Audio)
    Diese Nachricht wurde am 11.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.