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StartseiteSport am Wochenende"Erfolgreiche Olympiateilnahme ist für den Verband überlebenswichtig"29.09.2019

Hockey-Interimstrainer Weise"Erfolgreiche Olympiateilnahme ist für den Verband überlebenswichtig"

Markus Weise, der als Trainer drei Mal Olympiagold mit den Hockey-Teams gewann, kehrt als Interimstrainer der Männer zum Deutschen Hockey-Bund zurück - obwohl er den Verband in diesem Jahr noch hart kritisiert hatte. Weise sagte im Dlf, die größte Baustelle im Moment sei die Olympiaqualifikation. Aber auch beim internen Umgang sieht er noch Verbesserungsbedarf.

Markus Weise im Gespräch mit Astrid Rawohl

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Markus Weise ist nach dreieinhalb Jahren zurück im Deutschen Hockey-Bund. (picture alliance/dpa - Hendrik Schmidt)
Markus Weise ist nach dreieinhalb Jahren zurück im Deutschen Hockey-Bund. (picture alliance/dpa - Hendrik Schmidt)
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Markus Weise kehrt nach dreieinhalb Jahren übergangsweise als Bundestrainer der Hockey-Männer zurück. Er hatte den Hockey-Bund noch Anfang dieses Jahres für die Verbandsführung, den Umgangston und die, seiner Auffassung nach, unprofessionelle Strukturen kritisiert. Heute sei "noch nicht wieder alles im Lot", es gebe aber deutlich klare Entwicklungstendenzen in die richtige Richtung. Beim internen Umgang sei noch ein "gutes Stück zurückzulegen".

Die größte Baustelle im Moment seien allerdings die nicht qualifizierte Männermannschaft und die noch nicht qualifizierte Frauenmannschaft für die Olympischen Spiele in Tokio 2020. Für den Verband sei es überlebenswichtig, dass "wir bei Olympischen Spielen nicht nur teilnehmen, sondern auch erfolgreich teilnehmen". Die Qualifikation müsse daher sehr schnell gesichert werden.

Rückstand vor Olympia aufholen

Daran anschließend müssen laut Weise "ganz viele Hausaufgaben" erledigt werden, denn es gebe einen gewissen Rückstand auf die absolute Weltspitze. "Wenn wir nicht mit einer Touristenmannschaft in Tokio antreten wollen, müssen wir in diesem Jahr beginnen, den Rückstand aufzuholen." Entscheidend dabei sei die Motivation der Spieler.

Für ihn persönlich sei die größte Herausforderung, dass er einen Teil der Spieler kaum kenne und sie ihn auch nicht. Auch in der Taktik habe sich einiges getan in den vergangenen Jahren, weshalb seine Rolle nicht eins zu eins die sein werde, die er vorher hatte. Wichtig sei es, das Muster aufzubrechen, dass man entscheidende Spiele in jüngster Zeit nicht gewonnen habe. Zunächst müsse Sicherheit entstehen, um die beiden Olympia-Ausscheidungsspiele gegen Österreich Anfang November zu gewinnen. Das "Kaderfass" wolle er bis dahin nicht öffnen.

Trainer in Tokio werde jemand anders

Markus Weise kündigte an, die Mannschaft bis Tokio zu begleiten, allerdings nicht als Bundestrainer, sondern in einer anderen Funktion im DHB. Den Trainerposten übernehme er nur für fünf Wochen.

Weise wird zum 1. Oktober auch Bundesstützpunktleiter in Hamburg. Den Standort nannte er aufgrund der vielen Bundesligisten bei Männern und Frauen entscheidend für die Spielerentwicklung. Aufgrund der hohen Wettkampfdichte außerhalb der Nationalmannschaft werden die Stützpunkte Weises Ansicht nach wichtige Bedeutung erlangen.

Ambivalente Meinung zur Leistungssportreform

Die Rolle der Leistungssportreform sieht Weise ambivalent. Der von ihr ausgehende Medaillendruck könne nicht helfen. Er sagte: "Ich bin der Überzeugung, dass es von Spielerinnen und Spielern ausgehen muss. Die Motivationslage seitens der Athleten muss hoch sein." Sie müssten studieren und zweimal am Tag trainieren. Nur wenn sich genug Sportlerinnen und Sportler fänden, die das wollten, werde der Hockeybund an der Weltspitze bleiben. Andererseits seien die Fördermittel durch die Reform entscheidende Hilfen. Sie ermöglichten beispielsweise auch die Vollzeitstelle des neuen Bundesstützpunktleiters in Hamburg.  

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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