Landtagswahl in Sachsen-Anhalt
Wahlbeteiligung bis zum Nachmittag doppelt so hoch wie 2021

Bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt zeichnet sich zum Mittag eine deutlich höhere Wahlbeteiligung ab.

    Wahlplakate von Armin Willingmann (SPD), Ulrich Siegmund (AfD) und Ministerpräsident Sven Schulze (CDU) für die Landtagswahl in Sachsen-Anhalt.
    In Sachsen-Anhalt sind rund 1,7 Millionen Menschen dazu aufgerufen, einen neuen Landtag zu wählen (IMAGO / Jan Huebner)
    Um 14 Uhr lag die Wahlbeteiligung bei 54,4 Prozent, wie die Landeswahlleiterin in Magdeburg mitteilte. Bei der Landtagswahl vor fünf Jahren lag die Wahlbeteiligung zum gleichen Zeitpunkt bei 27,1 Prozent. Der Zwischenstand wurde auf der Grundlage der Beteiligung in ausgewählten Wahllokalen ohne die Briefwahl ermittelt. Rund 1,7 Millionen Menschen sind bis 18 Uhr zur Stimmabgabe aufgerufen. Ministerpräsident Schulze von der CDU hat seine Stimme am späten Vormittag in seinem Wohnort Magdeburg abgegeben. Der Spitzenkandidat der AfD, Siegmund, wählte in seiner Heimatstadt Tangermünde.

    Großes internationales Interesse

    Der Ausgang der Wahl hat über das Bundesland hinaus politische Bedeutung und wird auch international verfolgt. Offiziell sind nach Angaben des Landtags in Magdeburg rund 70 für ausländische Medien tätige Reporter angemeldet. Außer aus Europa kommen sie unter anderem aus den USA, Kanada, China und Taiwan. Insgesamt wurden vor dem Wochenende rund 800 Journalisten akkreditiert.

    Absolute AfD-Mehrheit unwahrscheinlich

    Das hohe Interesse hängt vor allem damit zusammen, dass erstmals nach dem Zweiten Weltkrieg eine in dem Bundesland als gesichert rechtsextrem eingestufte Partei eine Landesregierung übernehmen könnte. In Umfragen lag die AfD zuletzt deutlich vorne. Für eine absolute Mehrheit müsste sie aber noch zulegen. Alle anderen Parteien haben erklärt, nicht mit der AfD zusammenarbeiten zu wollen. Auch die AfD hat dem eine Absage erteilt. Aktuell regiert in Sachsen-Anhalt eine Koalition aus CDU, SPD und FDP.
    Bundespolitisch wird auch das Abschneiden von CDU und SPD beobachtet, die zusammen mit der CSU die Bundesregierung von Kanzler Merz tragen. Beobachter rechnen im Falle von deutlichen Niederlagen mit breiten Diskussionen.
    Mehr Informationen finden Sie auch in unserem Newsblog zur Landtagswahl.
    Diese Nachricht wurde am 06.09.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.