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StartseiteCampus & KarriereSabine Kunst als Präsidentin nominiert21.12.2015

Humboldt Universität BerlinSabine Kunst als Präsidentin nominiert

Die lange Suche der Berliner Humboldt Universität nach einer neuen Führung scheint beendet: Die derzeitige brandenburgische Wissenschaftsministerin Sabine Kunst wurde für den Posten nominiert. Sie hat bereits Erfahrung in der Leitung einer Hochschule. Im Januar soll sie gewählt werden.

Von Benjamin Dierks

Sabine Kunst, Frau mit kurzen Haaren steht in heller Jacke vor einem hellbraunen Hintergrund und lächelt in die Kamera. (imago/stock&people/Jens Jeske)
Die derzeitige Wissenschaftsministerin von Brandenburg, Sabine Kunst (SPD), wird wohl im kommenden Jahr zu neuen Präsidentin der Humboldt Universität gewählt werden. (imago/stock&people/Jens Jeske)
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Die Nominierung von Sabine Kunst als neuer Präsidentin beendet eine lange Suche nach einer neuen Führung an der Berliner Humboldt Universität. Mehrfach schon war die Wahl für die Nachfolge des bisherigen Präsidenten Jan-Hendrik Olbertz verschoben worden. Dessen Amtszeit hätte turnusmäßig eigentlich schon im Oktober geendet. Er hatte frühzeitig bekannt gegeben, dass er keine weitere Amtszeit bestreiten wolle. Ein bereits gekürter Nachfolger Olbertz, der Würzburger Pharmakologe Martin Lohse, hatte kurzfristig wieder abgesagt. Er gab an, dass er die Aufgabe des Universitätspräsidenten falsch eingeschätzt habe. Die habe mehr mit der Reform der Verwaltung zu tun, als er angenommen habe. Olbertz hatte versucht, die Führungsstruktur der Uni umzubauen, und war damit gescheitert. Das hatte für viel Wirbel gesorgt. Umso erfreuter ist Michael Seadle, Vorsitzender des Konzils, also des Wahlgremiums der Humboldt Uni, über die Nominierung von Sabine Kunst:

"Ich freue mich, dass Frau Kunst sich entschieden hat, Kandidatin zu sein. Ich freue mich besonders, weil sie eine erfahrene Präsidentin ist und auch nicht so weit weg ist, dass sie den Zustand unserer Universität nicht versteht."

"Voraussetzungen könnten nicht besser sein"

Das Konzil wird Kunst am 12 Januar anhören. Am 19 Januar steht sie dann als einzige Kandidatin zu Wahl. SPD-Mitglied Sabine Kunst ist derzeit Ministerin für Wissenschaft, Forschung und Kultur in Brandenburg. Sie hat hier Führungsstärke bewiesen, als sie gegen viele Widerstände die Fusion der BTU Cottbus mit der Hochschule Lausitz durchsetze. Kunst ist seit 2011 Ministerin, davor leitete die 60-jährige Schleswig-Holsteinerin die Hochschule Potsdam.

"Frau Kunst ist eine sehr erfahrene Frau, sie war Hochschullehrerin, sie war Rektorin, sie hat im DAAD internationale Erfahrung gesammelt, und in ihrem Ministeramt natürlich hat sie mit Erfolg versucht, Gestaltung für die Hochschullandschaft in Brandenburg zustande zu kriegen, und war im Wissenschaftsrat. Die Voraussetzungen, die sich mitbringt für dieses Amt, könnten nicht besser sein, und deswegen freue ich mich außerordentlich, dass sie bereit war, sich zur Verfügung zu stellen."

Günter Stock leitet die Berliner Einstein-Stiftung ist ehemaliger Vorsitzender des Kuratoriums der Humboldt Universität. Er traut Kunst zu, dass sie wieder Ruhe an die Humboldt-Uni bringen kann:

"Hier ist es natürlich schon eine ganz zentrale Rolle des Präsidenten und seines Präsidiums, die Diskurse so zu führen, dass sie konstruktiv bleiben und konstruktiv nach vorne gerichtet sind, und natürlich kann dies in besonderen Phasen besonders schwierig sein."

Chance eines Neuanfangs?

Streit hatte es an der Universität unter anderem über den Versuch von Präsident Olbertz gegeben, nach einem Kanzlermodell die gesamte Zuständigkeit und Verantwortung für die zentrale Verwaltung der Uni zu bündeln. Momentan ist die Verwaltung auf mehrere Vizepräsidenten verteilt.

"Es kann gar nicht anders sein, als dass man sich zusammenrauft, um nach vorne zu kommen, und ich glaube, insofern ist dieser Neuanfang eine große Chance für alle, die sich vielleicht in bestimmten Positionen fast vergraben haben."

Aus wissenschaftlicher Sicht wird die neue Runde der Exzellenzinitiative von Bund und Ländern Priorität für Kunst haben. In wenigen Monaten werden die Universitäten bestimmt, die besonders gefördert werden. Und die Humboldt Universität will wie in der aktuellen Runde dabei sein:

"Das ist für uns hier an der Humboldt Universität und ich denke auch für uns in Berlin eine wichtige Gelegenheit, noch mal in diese Exzellenzliste zu kommen. Ich bin Professor und mache Forschung und aus meiner perspektive ist diese Exzellenz-Initiative die Top-Priorität. Ich denke, dass viele Kollegen so auch denken."

 

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