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StartseiteWirtschaft am MittagWelche Pharmafirmen sich am Corona-Abwehrkampf beteiligen16.03.2020

Impfstoffe und MedikamenteWelche Pharmafirmen sich am Corona-Abwehrkampf beteiligen

Die Spekulationen um ein angebliches Angebot der US-Regierung an die Impfstoff-Firma CureVac zeigen: Das Rennen um medikamentöse Abhilfe für das Coronavirus und Covid-19 läuft. Und wird im Zweifel mit harten Bandagen geführt. CureVac ist nur eins von mehreren beteiligten Unternehmen.

Von Mischa Ehrhardt

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3D-Modell des Coronavirus SARS-CoV2  (Imago/ Rob Engelaar / Hollandse Hoogte )
Wer findet als Erster einen Impfstoff gegen das Corona-Virus? (Imago/ Rob Engelaar / Hollandse Hoogte )
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Das Tübinger Biopharma-Unternehmen CureVac ist nur einer der Hoffnungsträger, möglichst schnell einen Impfstoff gegen das Coronavirus entwickeln zu können. Das Unternehmen weist die Behauptungen eines möglichen Verkaufes in die USA zurück. Man konzentriere sich mit aller Kraft weiter darauf, einen Impfstoff gegen das Coronavirus zu entwickeln, um Patienten weltweit zu erreichen.

"Es macht natürlich Sinn, weil es ja ein weltweites Thema ist. Insofern, ob Herr Trump da mit seinem America First wirklich erfolgreich ist, das wird sich zeigen. Aber das kann natürlich dazu führen, dass der ein oder andere Wissenschaftler sich dazu berufen fühlt, vielleicht in die USA umzusiedeln. Insofern hätte Trump vielleicht auch damit das erreicht, was er wollte", sagt Pharmabranchenanalyst Uwe Treckmann von der Commerzbank.

Coronavirus (imago / Science Photo Library)Alle Beiträge zum Thema Coronavirus (imago / Science Photo Library)

Impfstoff-Suche wird bis zu eineinhalb Jahren dauern

Allerdings dämpft die Pharmabranche Hoffnungen, einen möglichen Impfstoff schnell zu finden und auf den Markt bringen zu können. Großunternehmen wie Sanofi oder GlaxoSmithKline rechnen mit mindestens einem oder eineinhalb Jahren, bis es soweit sein könnte. Beide Konzerne gehören mit Pfizer und dem ebenfalls aus Amerika stammenden Merck-Konzern zu den führenden Unternehmen im Impfstoff-Geschäft.

"Gerade, wenn man jetzt unter Zeitdruck etwas entwickeln muss, ehe es dann wirklich mal auf den Markt kommen kann, vergeht manchmal eine so lange Zeit, dass es dann vielleicht gar nicht mehr relevant ist", erklärt Treckmann. "Und diese hohen Risiken werden teilweise nicht wirklich kompensiert durch die anschließenden Preise für die Impfstoffe. Das ist so ein kleines Drama in dieser Impfstoffindustrie."

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Können existierende Wirkstoffe helfen?

Ein anderer Zweig der Pharmabranche versucht aktuell natürlich auch, wirksame Medikamente gegen das Coronavirus und Lungenkrankheit Covid-19 zu finden. Auch hier aber ist der Weg nötiger Forschungen und Tests lang. Deswegen arbeiten die Entwicklungsabteilungen vieler Pharmafirmen an Medikamenten, die ursprünglich zur Behandlung anderer Erkrankungen entwickelt wurden und schon zugelassen sind.

"Das heißt, man kennt ihr Nebenwirkungsprofil sehr genau. Und die Hoffnung ist, dass da Wirkstoffe dabei sein könnten, die bei der Behandlung von Covid-19 helfen. Zurzeit laufen über 50 verschiedene Studien weltweit – aber natürlich vor allem in China –, in denen die Wirksamkeit überprüft wird. Insgesamt ein unübersichtliches Feld", sagte Wissenschaftsjournalist Martin Winkelheide im Deutschlandfunk.

Ein solches Medikament jedenfalls stammt aus den Forschungsabteilungen des amerikanischen Biotechkonzerns Gilead. Der Wirkstoff wurde zum Einsatz gegen Ebola und Marburg-Virus-Infektionen entwickelt.

Kann man mit Corona und Covid-19 Geld verdienen?

Egal ob Impfstoff oder ein Medikament gegen das Virus und seine Ausbreitung: Wer eine Lösung findet, wird Ruhm und Dank ernten. Und am Ende - vielleicht - auch Geld damit verdienen.

Uwe Treckmann: "Wenn das im wahrsten Sinne virulent ist das Thema, dann wird man da noch was verdienen können. Das klingt jetzt vielleicht für viele unethisch, aber so ist das Thema nun Mal. Denn die Firmen müssen ja auch irgendwo die Forschungskosten wieder reinbekommen. Abhängig aber ist das vollkommen vom Verlauf der Infektion, ob das Virus möglicherweise noch einmal mutiert. Sind die Infektionen noch sehr hoch, wird man das kommerzialisieren können. Aber das ist nicht prognostizierbar in seriöser Weise."

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