Als der Wertekanon heute kam, da rollten viele Deutschbanker die Augen, auch die jungen. Aufgeschrieben sei schnell etwas, aber nach hohen Werten zu handeln und sie in der Öffentlichkeit glaubwürdig zu leben, daran hapere es. Der Zweifel komme daher, hieß es, dass der ganze Wertewandel im Beritt des Co-Vorstandes Anshu Jain angepackt worden sei. Jain hatte zwar auf der letzten Hauptversammlung, auch auf Deutsch, den Kulturwandel angesprochen:
"Wir haben erkannt, dass tiefer Kulturwandel entscheidend war. Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, einen Weg, der Zeit braucht."
Aber ein paar Monate zuvor, kurz nach dem Amtsantritt, hatte er noch gesagt, die Bank habe eine Revolution nicht nötig.
"We did not feel that the bank needed a revolution.”"
Das und die wilden Jahre als Investmentbanker hängen Anshu Jain noch an, in der Öffentlichkeit sowieso. Gutes sagen und Gutes tun, seien zweierlei Dinge, meint auch Hohenheimer Bankwirtschaftler Hans-Peter Burghhof. Er sagte heute im Deutschlandradio Kultur:
""Was man aufs Papier schreibt, das hilft eigentlich relativ wenig. Entscheidend ist tatsächlich, dass die Anreize der Mitarbeiter geändert werden; dass das Klima in der Bank sich verändert; dass im Grunde derjenige, der Gewinne auf den Tisch legt, nicht immer nur gelobt wird, sondern gefragt wird: "Woher hast du den Gewinn, wie hast du den Gewinn gemacht".""
Das will die Bank fortan sicherstellen. Oberster Wert im hausinternen Kanon ist nun die Integrität. 'Wir tun das, was nicht nur rechtlich erlaubt, sondern auch richtig ist', heißt es zur Konkretisierung. Und sie nehmen sich in der Bank vor: 'Wir sprechen offen miteinander.' Statt einfach "Leistung", wie im früheren Wertekatalog, strebt die Bank nun "nachhaltige Leistung" an. Das bedeute etwa: 'Wir schaffen Wert für unsere Aktionäre, indem wir langfristigen Erfolg über kurzfristige Gewinne stellen.' Der dritte zentrale Wert ist die Kundenorientierung. Dazu heißt es etwa: "Wir wollen der Partner unserer Kunden sein. Die geschaffenen Werte teilen wir fair." Auch Innovation, Disziplin und Partnerschaft stehen ganz oben im Wertekatalog der Bank.
Jürgen Fitschen, der zweite Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, hatte gestern kurz angedeutet, welchen Geist der neue Wertekanon durchzieht. Auf die Frage eines Journalisten sagte Fitschen:
""Alles das, was wir tun, muss zum Schluss dazu führen, dass Sie, dass alle Menschen das Gefühl haben, dass sich etwas verändert hat. Dass der Kunde das Gefühl hat, dass die Bank ihn in den Mittelpunkt stellt und dass sowohl was sie ihm anbietet als auch wie sie es tut, das Gefühl vermittelt, dass es darum geht, ihm die für den jeweiligen Adressaten bestmögliche Lösung darstellt."
Manche in der Bank glauben, die Veränderung habe schon begonnen: Dass fünf Händler suspendiert worden seien wegen des Verdachts, am Libor-Zins mitmanipuliert zu haben, gilt ihnen als Hinweis. Oder, dass erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile bis zu fünf Jahre gestreckt werden können, um zu sehen, ob der Erfolg auch nachhaltig sei. Die Vereinigung der kritischen Aktionäre haben bisher kaum Wandel entdeckt: Bei der letzten Hauptversammlung prangerten sie die Rolle der Deutschen Bank bei der Rüstungsfinanzierung an.
"Wir haben erkannt, dass tiefer Kulturwandel entscheidend war. Wir wissen, dass wir noch einen langen Weg vor uns haben, einen Weg, der Zeit braucht."
Aber ein paar Monate zuvor, kurz nach dem Amtsantritt, hatte er noch gesagt, die Bank habe eine Revolution nicht nötig.
"We did not feel that the bank needed a revolution.”"
Das und die wilden Jahre als Investmentbanker hängen Anshu Jain noch an, in der Öffentlichkeit sowieso. Gutes sagen und Gutes tun, seien zweierlei Dinge, meint auch Hohenheimer Bankwirtschaftler Hans-Peter Burghhof. Er sagte heute im Deutschlandradio Kultur:
""Was man aufs Papier schreibt, das hilft eigentlich relativ wenig. Entscheidend ist tatsächlich, dass die Anreize der Mitarbeiter geändert werden; dass das Klima in der Bank sich verändert; dass im Grunde derjenige, der Gewinne auf den Tisch legt, nicht immer nur gelobt wird, sondern gefragt wird: "Woher hast du den Gewinn, wie hast du den Gewinn gemacht".""
Das will die Bank fortan sicherstellen. Oberster Wert im hausinternen Kanon ist nun die Integrität. 'Wir tun das, was nicht nur rechtlich erlaubt, sondern auch richtig ist', heißt es zur Konkretisierung. Und sie nehmen sich in der Bank vor: 'Wir sprechen offen miteinander.' Statt einfach "Leistung", wie im früheren Wertekatalog, strebt die Bank nun "nachhaltige Leistung" an. Das bedeute etwa: 'Wir schaffen Wert für unsere Aktionäre, indem wir langfristigen Erfolg über kurzfristige Gewinne stellen.' Der dritte zentrale Wert ist die Kundenorientierung. Dazu heißt es etwa: "Wir wollen der Partner unserer Kunden sein. Die geschaffenen Werte teilen wir fair." Auch Innovation, Disziplin und Partnerschaft stehen ganz oben im Wertekatalog der Bank.
Jürgen Fitschen, der zweite Co-Vorstandsvorsitzende der Deutschen Bank, hatte gestern kurz angedeutet, welchen Geist der neue Wertekanon durchzieht. Auf die Frage eines Journalisten sagte Fitschen:
""Alles das, was wir tun, muss zum Schluss dazu führen, dass Sie, dass alle Menschen das Gefühl haben, dass sich etwas verändert hat. Dass der Kunde das Gefühl hat, dass die Bank ihn in den Mittelpunkt stellt und dass sowohl was sie ihm anbietet als auch wie sie es tut, das Gefühl vermittelt, dass es darum geht, ihm die für den jeweiligen Adressaten bestmögliche Lösung darstellt."
Manche in der Bank glauben, die Veränderung habe schon begonnen: Dass fünf Händler suspendiert worden seien wegen des Verdachts, am Libor-Zins mitmanipuliert zu haben, gilt ihnen als Hinweis. Oder, dass erfolgsabhängige Gehaltsbestandteile bis zu fünf Jahre gestreckt werden können, um zu sehen, ob der Erfolg auch nachhaltig sei. Die Vereinigung der kritischen Aktionäre haben bisher kaum Wandel entdeckt: Bei der letzten Hauptversammlung prangerten sie die Rolle der Deutschen Bank bei der Rüstungsfinanzierung an.