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StartseiteMusikjournal"Gut investiertes Geld, um in Weikersheim etwas zu bewegen"29.07.2019

Intendant der Tauberphilharmonie"Gut investiertes Geld, um in Weikersheim etwas zu bewegen"

Im Vorfeld hatte es viel Kritik am Bau der Tauberphilharmonie im ländlich geprägten Weikersheim gegeben. Die hätte sich nach der Eröffnung teilweise gelegt, so Intendant Johannes Mnich. Die Finanzierung sei super gelaufen und das Konzerthaus biete vielfältige Möglichkeiten.

Johannes Mnich im Gespräch mit Raoul Mörchen

Das Bild zeigt die Tauberphilharmonie umgeben von Wohnhäusern und einem Parkplatz (TauberPhilharmonie / Christel Nowak                 )
Die Tauberphilharmonie ist innerhalb von zwei Jahren erbaut worden (TauberPhilharmonie / Christel Nowak )
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Zwar stünde die Tauberphilharmonie im ländlich geprägten Weikersheim, aber das Einzugsgebiet sei weitaus größer, sagte Intendant Johannes Mnich im Dlf. "Wir verstehen uns als ein Konzerthaus für den gesamten Main-Tauber-Kreis." Für ihn sei seine Aufgabe spannend, da im ländlichen Raum normalerweise keine Konzerthäuser stünden.

"Ich habe eben nicht die Situation wie in einer Großstadt, dass ich das klassische Konzerthaus bin, zwei Häuser weiter die Oper steht, daneben das Theater, wer in den Jazzschuppen will, muss noch mal ein Viertel weitergehen. Sondern für mich ist die Tauberphilharmonie zum einen eine Gesamtheit der kulturellen und musikalischen Veranstaltungen, die da drin stattfinden. Und zum anderen natürlich auch die Nachfolgerin der Stadthalle, das heißt, ich habe eine dezidierte Rolle für Bürgerinnen und Bürger, für Vereine und natürlich auch für Firmen. Und ich finde das eher spannend." Er könne dadurch vielfältige Spielzeiten anbieten.

Unterschied zur Stadthalle

Was seine Veranstaltungen von denen einer Stadthalle unterscheide, so Mnich, sei das Rahmenprogramm. "Wir gehen ganz gezielt mit unseren Künstlerinnen und Künstlern in die Schule, wir haben einen sehr aktiven Freundeskreis, wir führen Gesangsworkshops durch." Es werde einiges getan, um die Musik zu vermitteln. Es gebe beispielsweise Themenwochen zum Thema Kammermusik oder Gesang.

Das bild zeigt Besucher vor der Tauberphilharmonie (TauberPhilharmonie / Christel Nowak)Die TauberPhilharmonie ist im Juli 2019 vor-eröffnet worden und die Resonanz sei positiv gewesen, so Mnich (TauberPhilharmonie / Christel Nowak)

Vor der großen Gala-Eröffnung im September hat die Tauberphilharmonie bereits eine Voreröffnung Mitte Juli veranstaltet. Im Vorfeld hatte es viel Kritik an der Finanzierung der neuen Philharmonie gegeben. Die Reaktionen des Publikums seien nun vielfältig gewesen. Es habe eine große Euphorie geherrscht, einige Kritiker seien mittlerweile auch überzeugt vom Konzerthaus.

"Also dass man ein vollständig ausgestattetes Konzerthaus, Neubau für 14,1 Millionen Euro bekommt, von dem zwei Drittel aus externen Quellen stammen und die Stadt 'nur' 4,1 Millionen Euro zahlt und das, ohne einen einzigen Euro über einen Kredit aufzunehmen - das sind eigentlich super Zahlen. Da können sich die Hamburger oder die Flughafenbetreiber in Berlin oder so mancher Kulturverantwortliche in Köln oder Stuttgart mehr als nur eine Scheibe von abschneiden. Und das sehen jetzt auch die Leute, dass es ein wirklich tolles Gebäude geworden ist." Es sei "gut investiertes Geld, um in Weikersheim etwas zu bewegen."

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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