Montag, 03. Oktober 2022

Irak
Obama will keine US-Truppen schicken

US-Präsident Barack Obama schließt derzeit eine Entsendung von US-Bodentruppen in den Irak aus. Bezüglich der irakischen Sicherheitskräfte, die den Vormarsch der Islamisten nicht stoppen konnten, sagte Obama: "Wir können es nicht für sie machen." Die USA bereiteten aber eine "Reihe anderer Optionen" vor, so Obama.

13.06.2014

    US-Präsident Barack Obama hält eine Rede im Rosengarten des Weißen Hauses in Washington.
    US-Präsident Barack Obama will keine US-Soldaten in den Irak schicken. (dpa picture alliance / Olivier Douliery)
    Obama erklärte, er werde die anderen Optionen "in den kommenden Tagen" begutachten. Die Kämpfer der Terrorgruppe "Islamischer Staat im Irak und Syrien" (ISIS) stellten eine Bedrohung dar, die letztlich auch die nationale Sicherheit der USA gefährden könnte.
    UNO beklagt willkürliche Hinrichtungen
    Bei den jüngsten Kämpfen mit der islamistischen ISIS-Gruppe im Irak sind nach Angaben der UNO Hunderte Menschen ums Leben gekommen. ISIS-Anhänger hätten bei der Einnahme der Stadt Mossul wahllos Soldaten hingerichtet. Hilfsorganisationen zufolge sind rund eine Million Iraker auf der Flucht.
    UNO-Menschenrechtskommissarin Pillay sprach von einer dramatischen Verschlechterung der Lage. Wie Korrespondenten berichten, sind inzwischen auch kurdische Peschmerga-Milizen an den Kämpfen beteiligt. Sie hätten nach der Stadt Kirkuk die Kontrolle über zwei Provinzen übernommen, um das dort entstandene Machtvakuum zu füllen.
    Bundesaußenminister Steinmeier mahnte eine rasche Regierungsbildung im Irak an, damit sich die Lage stabilisiert. Nur dann könne der Vormarsch der Islamisten gestoppt werden. Die ISIS-Gruppe sei in der Region mittlerweile ein Machtfaktor mit einem Potenzial geworden, das weit über terroristische Anschläge hinausgehe. Steinmeier warnte vor einem unregierbaren Raum zwischen Syrien und Bagdad.
    Eine sechsköpfige irakische Familie auf der Flucht vor der Gewalt in Mossul kommt mit einer Tragetasche an einem Checkpoint in Erbil im Nordirak an.
    Im Irak sind Hunderttausende Menschen vor der zunehmenden Gewalt auf der Flucht. (dpa picture alliance / Kamal Akrayi)
    Welternährungsprogramm: "Krise eskaliert dramatisch"
    Nach Angaben der Organisation Ärzte ohne Grenzen sind rund eine Million Iraker auf der Flucht. Viele versuchten, das als stabil geltende kurdische Autonomiegebiet im Nordirak zu erreichen. Allein in Mossul waren binnen weniger Stunden 500.000 Menschen vor den Extremisten geflohen.
    Dort lief inzwischen eine Nothilfeoperation des Welternährungsprogramms WFP für 42.000 Menschen an, wie die UNO-Organisation mitteilte. "Die Krise im Irak eskaliert dramatisch schnell. In einigen der betroffenen Grenzgebiete zwischen Irak und Kurdistan gibt es Berichte von Läden, die keine Nahrungsmittel mehr haben", teilte das WFP mit. Auch die Caritas Irak begann im Norden des Landes mit der Versorgung der aus Mossul geflohenen Familien.
    Das UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR stellte ebenfalls Versorgungsengpässe fest. Viele Flüchtlinge besäßen kaum mehr als ihre Kleider am Leib, zahlreiche Familien suchten in Schulen, Moscheen, Kirchen und Rohbauten Schutz. Eine wachsende Zahl von Menschen hält sich demnach in einem notdürftig errichteten Lager rund 40 Kilometer östlich von Mossul auf.
    (tön/tj)