Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Iranischer Präsident Peseschkian weist Forderungen nach Kapitulation zurück

+++ Der iranische Präsident Peseschkian hat die Einschränkung von Angriffen auf Ziele in benachbarten Ländern angekündigt. +++ Der Iran meldet Schäden im gesamten Land nach neuen Luftangriffen. +++ Drei Unifil-Soldaten sind im Libanon verletzt worden. +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog.

    Der iranische Präsident Massud Peseschkian spricht in einer öffentlichen Sitzung des Parlaments.
    Irans Präsident Peseschkian (Archivbild) (Vahid Salemi/AP/dpa)

    +++ Nach weiteren Luftangriffen melden iranische Staatsmedien schwere Schäden im ganzen Land.

    Betroffen seien unter anderem zwei Kliniken im Südwesten. Den Berichten zufolge war auch der Flughafen Mehrabad im Westen von Teheran Ziel von Angriffen. In Teheran griff das israelische Militär nach eigenen Angaben mit mehr als 80 Kampfflugzeugen unter anderem ein unterirdisches Raketenlager sowie eine Militär-Universität der Revolutionsgarden an. Nach iranischen Angaben wurden bei den neuen israelischen Angriffen mindestens acht Menschen getötet.

    +++ Im Krieg mit den USA und Israel hat Irans Präsident Peseschkian Forderungen nach einer Kapitulation eine Absage erteilt.

    Peseschkian erklärte im Staatsfernsehen, die Feinde könnten "solche Träume mit ins Grab nehmen". US-Präsident Trump hatte gestern eine bedingungslose Kapitulation des Iran gefordert. Peseschkian gab in seiner Ansprache zudem bekannt, keine Angriffe auf Nachbarstaaten mehr verüben zu wollen - unter der Bedingung, dass von dort wiederum keine Angriffe auf den Iran mehr erfolgten. Dies schließe auch US-Militärbasen dort mit ein. Peseschkian bat die Golfstaaten um Entschuldigung für erfolgte Angriffe. Diese Vorfälle seien das Ergebnis der chaotischen Situation nach dem Tod mehrerer hochrangiger Kommandeure gewesen.

    +++ Der Flugverkehr in Dubai ist erneut wegen Raketenangriffen unterbrochen worden.

    Das teilte die Fluggesellschaft Emirates mit. Die Menschen wurden aufgerufen, aus Sicherheitsgründen das Flughafengelände zu meiden. Die Vereinigten Arabischen Emirate meldeten erneut iranische Raketenangriffe. Die Flugabwehr sei im Einsatz. In den vergangenen Tagen war der Betrieb in Dubai und auch von anderen als internationale Drehkreuze fungierenden Flughäfen teilweise wieder aufgenommen worden.

    +++ Drei Unifil-Soldaten sind infolge der Kämpfe zwischen Israel und der Hisbollah-Miliz verletzt worden.

    Ein Schwerverletzter sei in ein Krankenhaus in Beirut gebracht worden, erklärte die Beobachtermission der Vereinten Nationen. Zuvor hatte es unter Berufung auf Sicherheitskreise geheißen, dass der Unifil-Posten im Südwesten des Libanon unter israelischen Beschuss geraten sei. Israels Militär teilte mit, die Angelegenheit zu prüfen. Unifil machte geltend, dass jeder Angriff auf ihre Truppen einen schweren Verstoß gegen das humanitäre Völkerrecht darstelle.
    Im Libanon fliehen wegen der Kämpfe erneut massenhaft Menschen vor allem aus dem Süden des Landes. Menschenrechtsorganisationen rechnen mit Hunderttausenden Flüchtlingen.

    +++ Die USA und Israel kommen bei ihren Angriffen gegen den Iran nach Einschätzung des Militärexperten Ralph Thiele gut voran.

    Das wichtigste Ziel seien die Abschussrampen für ballistische Raketen gewesen, sagte der Vorsitzende der in Berlin ansässigen Politisch-Militärischen-Gesellschaft im Deutschlandfunk. Die meisten davon seien zerstört. Der nächste Schritt seien Irans Nuklearanlagen. Thiele hält für deren Zerstörung Einsätze von US-amerikanischen oder israelischen Bodentruppen für wahrscheinlich.

    +++ Israel ist nach Armeeangaben erneut mit Raketen aus dem Iran angegriffen worden.

    Die Luftabwehr sei im Einsatz, teilte das Militär mit. Bereits in der Nacht hatte die Armee wiederholt Attacken der Islamischen Republik gemeldet. Israels Luftwaffe flog ihrerseits eine neue breite Welle an Angriffen auf Ziele in der iranischen Hauptstadt Teheran. Iranische Staatsmedien verbreiteten Aufnahmen von Bränden am internationalem Flughafen Mehrabad. US-Finanzminister Bessent sprach im Interview mit dem Sender "Fox Business" vom "schwersten Bombardement" seit Beginn des Krieges. Ziele seien iranische Raketenabschussrampen und Fabriken, in denen die Raketen hergestellt würden.

    +++ Die US-Regierung hat inmitten des Iran-Kriegs neue Waffenverkäufe an Israel gebilligt.

    Der Rüstungsgeschäft im Umfang von 151 Millionen Dollar (rund 130 Millionen Euro) umfasst 12.000 Bomben, wie das Außenministerium in Washington mitteilte. Demnach stellte Außenminister Rubio eine besondere Dringlichkeit der Waffenverkäufe fest und verzichtete auf den üblichen Prüfungsprozess durch den Kongress.

    +++ Iran meldet mindestens 1.332 ums Leben gekommene Zivilisten.

    Tausende weitere seien verletzt worden, sagte der iranische Botschafter bei den Vereinten Nationen, Iravani, in New York. Der Diplomat behauptete, die USA und Israel hätten gezielt zivile Infrastruktur angegriffen, während der Iran ausschließlich militärische Ziel beschossen habe. Iravani prangerte zudem Forderungen von US-Präsident Trump an, wonach dieser bei der Nachfolgeregelung des getöteten obersten iranischen Führers Chamenei mitbestimmen wolle. Diese Äußerungen seien ein klarer Verstoß gegen die Grundsätze der Nichteinmischung in die inneren Angelegenheiten von Staaten, welche in der UNO-Charta verankert seien, erklärte Iravani.
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    Diese Nachricht wurde am 07.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.