Newsblog zur Eskalation in der Golfregion
Irans geistliches Oberhaupt getötet? Trump spricht von Tod Chameneis

+++ Netanjahu sieht "viele Anzeichen" für den Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Chamenei, Trump spricht von Tod Chameneis. +++ Auch mehrere Vertreter der iranischen Militärführung sind Israel zufolge getötet worden. +++ UNO-Sicherheitsrat tagt in Sondersitzung.

    US-Präsident Trump steht an einem Rednerpult. Er trägt eine Kappe mit der Aufschrift USA.
    Ausschnitt aus einem Videostatement von US-Präsident Trump, das auf der Internetplattform Truth Social geteilt wurde. (IMAGO / Anadolu Agency / US President Trump Via Truth Social)
    +++ Weitere Entwicklungen im Nachrichtenblog

    +++ Netanjahu: Viele "Anzeichen" für Tod von Irans geistlichem Oberhaupt Chamenei, Trump spricht von Tod

    "Heute Morgen haben wir in einem gewaltigen Überraschungsschlag die Anlage von Chamenei im Herzen Teherans zerstört und es gibt viele Anzeichen, dass dieser Tyrann nicht mehr am Leben ist", sagte Netanjahu in einer Fernsehansprache. Israelischen Berichten zufolge wurde Chameneis Leiche gefunden. Aus Teheran gab es keine Bestätigung. Das Büro des Ajatollahs wurde lediglich in iranischen Staatsmedien mit folgenden Worten zitiert: "Der Feind greift zur psychologischen Kriegsführung, das sollte allen bewusst sein." US-Präsident Donald Trump erklärte Chamenei dagegen auf seiner Plattform Truth Social für tot. Aus dem Iran liegt dafür keine Bestätigung vor.

    +++ Der UNO-Sicherheitsrat ist wegen der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran und die iranischen Gegenschläge zu einer Sondersitzung zusammengekommen.

    Generalsekretär Guterres sprach zur Sitzungseröffnung von einer unkontrollierbaren Situation am Golf und im Nahen Osten. Er rief alle Beteiligten Staaten auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren.
    Der iranische Vertreter im Sicherheitsrat bezeichnete die Angriffe auf sein Land als ungesetzlichen Vorgang. Israel und die USA hätten mit dem Beschuss von Zivilisten Kriegsverbrechen begangen.

    +++ Bei einem iranischen Raketenangriff auf Israel ist am Abend eine Person in Tel Aviv getötet worden.

    Wie mehrere Medien berichten, wurden zudem mehr als 20 Menschen verletzt.

    +++ Israel: Mehrere Vertreter der iranischen Militärführung getötet

    Israelischen Angaben zufolge sind bei den Angriffen mehrere führende Vertreter der iranischen Militärführung getötet worden. Unter den Toten seien unter anderem der Kommandeur der Revolutionsgarden, Mohammed Pakpur, sowie Irans Verteidigungsminister Asis Nasirsadeh, wie die israelischen Streitkräfte mitteilten. Aus dem Iran gab es zunächst keine Bestätigung dafür.

    +++ Außenminister Wadephul: Bundesregierung prüft völkerrechtliche Einordnung

    Bundesaußenminister Wadephul sprach im ARD-Fernsehen von einem "ruchlosen Vorgehen" der iranischen Führung gegen Israel, Nachbarstaaten am Golf und gegen die eigene Bevölkerung. Mit Blick auf den rechtlichen Rahmen der israelisch-amerikanischen Angriffe auf den Iran sagte Wadephul, derzeit prüfe die Bundesregierung eine völkerrechtliche Einordnung der Vorgänge.

    +++ Iran: "Zahl der bei einem Raketenangriff getöteten Schülerinnen auf 108 gestiegen"

    Bei einem Raketenangriff im Süden des Irans sind nach iranischen Angaben mindestens 108 Schülerinnen getötet worden. Getroffen worden sei eine Grundschule für Mädchen in der Provinz Hormusgan, berichtete die staatliche Nachrichtenagentur Irna. Dutzende weitere Schülerinnen seien verletzt worden. Die Angaben lassen sich nicht unabhängig überprüfen. In der Provinz Hormusgan liegen mehrere Marinestützpunkte der iranischen Streitkräfte.

    +++ Israelische Luftwaffe: bislang größter Angriff jemals

    Israels Luftwaffe hat Armeeangaben zufolge im Iran den bisher größten Einsatz ihrer Geschichte ausgeführt. Rund 200 Kampfflugzeuge hätten etwa 500 Ziele angegriffen, teilte das israelische Militär mit. Die gegenseitigen Angriffe wurden nach israelischen Angaben auch am Abend fortgesetzt. "In diesem Moment greifen israelische Luftwaffenpiloten in Abstimmung mit US-amerikanischen Angriffen Hunderte Ziele im Iran an", sagte Generalstabschef Zamir. Gleichzeitig warnte er die Bürger vor Leichtsinn und einem vorzeitigen Verlassen der Schutzräume bei Raketenalarm.

    +++ EU-Außenbeauftragte beruft Krisensitzung für Sonntag ein.

    Bei einer außerordentlichen Videokonferenz sollen die EU-Außenminister über die Lage beraten. "Die wahllosen Angriffe des ​iranischen Regimes auf seine Nachbarn bergen die Gefahr, die Region in einen umfassenderen Krieg hineinzuziehen", schreibt Kallas. Es sei entscheidend, dass sich der Krieg nicht weiter ausbreite.

    +++ Iranischer Roter Halbmond meldet mindestens 201 Tote bei Angriffen.

    Fast 750 weitere Menschen seien verletzt worden, teilte der Rote Halbmond nach einer Meldung der iranischen Nachrichtenagentur Isna mit. Von den 31 Provinzen des Landes waren demnach 24 von den Angriffen betroffen. Der Rote Halbmond sei in allen betroffenen Gebieten im Einsatz.

    +++ US-Militär: Bislang keine US-Opfer nach iranischen Angriffen

    Bei iranischen Angriffen auf US-Militärstützpunkte im Nahen Osten habe es nur geringfügige Schäden gegeben, meldet das US-Militär. Teheran habe mit "Hunderten Raketen- und Drohnenangriffen" reagiert. Als Angriffsziele im Iran nannte die US-Armee Einrichtungen der Revolutionsgarde, Drohnen- und Raketenabschussvorrichtungen sowie Militärflugplätze. Zuvor hatte ein Sprecher der iranischen Revolutionsgarden erklärt, man habe 14 US-Stützpunkte angegriffen und dabei hunderte amerikanische Soldaten getötet.

    +++ US-Demokraten kritisieren "illegalen" Angriff im Iran

    Der demokratische Senator Markey verurteilte Trumps Angriffsbefehl auf den Iran als "illegal und verfassungswidrig". Der Anführer der Demokraten im Senat, Schumer, forderte eine Unterrichtung des Kongresses über den Militäreinsatz durch die Trump-Regierung. "Das amerikanische Volk will keinen weiteren endlosen und kostspieligen Krieg im Nahen Osten, wenn es zu Hause so viele Probleme gibt", erklärte Schumer.

    +++ Bundeskanzler Merz hat den Iran scharf kritisiert und ein sofortiges Ende der iranischen Angriffe gefordert.

    In einer Erklärung rief der Kanzler Teheran "nachdrücklich dazu auf, sofort die militärischen Schläge gegen Israel und unsere anderen Partner in der Region einzustellen". Der Iran müsse zudem "auch andere destabilisierende Aktivitäten in der Region und darüber hinaus unterlassen" sowie "die Gewalt gegen die eigene Bevölkerung beenden". Darüber hinaus betonte Merz der Mitteilung zufolge, Deutschland sei nicht an den Angriffen auf den Iran beteiligt gewesen.

    +++ Von der Leyen ruft nach Angriffen auf Iran zu "maximaler Zurückhaltung" auf.

    "Die Entwicklungen im Iran sind höchst besorgniserregend", erklärte von der Leyen. "Wir rufen alle Seiten zu maximaler Zurückhaltung, zum Schutz von Zivilisten und zum vollständigen Respekt des Völkerrechts auf." Nach Angaben des EU-Ratsvorsitzes werden Vertreter der EU-Mitgliedstaaten am Sonntag zu Krisengesprächen in Brüssel zusammenkommen.

    +++ Demonstrationen in mehreren deutschen Städten nach Angriffen auf das iranische Regime.

    Nach Angaben der Polizei zogen in Berlin am Nachmittag rund 1.600 Menschen bei einem Demonstrationszug durch die Stadt. In Frankfurt versammelten sich rund 2.000 Menschen in der Innenstadt. Dort soll es bei einer Kundgebung Berichten zufolge Applaus für die militärische Intervention der USA gegeben haben. Auch in München haben zahlreiche Menschen gegen die Führung des Irans demonstriert. In Hamburg waren nach Informationen des Norddeutschen Rundfunks mehr als 5.000 Exil-Iraner auf den Straßen.

    +++ Israelische Armee: Angriffe auf den Iran haben "völlig anderes Ausmaß" als 2025

    Der Militäreinsatz sei "komplexer und komplizierter", erklärte Generalstabschef Samir. Die Vorbereitungen seien "kurz, aber intensiv und unglaublich gründlich" gewesen. Samir sprach von einem "beispiellosen" Militäreinsatz gegen den Iran. "Wir befinden uns in höchster Einsatzbereitschaft, sowohl defensiv als auch offensiv", sagte der General. Die Armee befinde sich in einem "bedeutenden und entscheidenden Einsatz, um die Fähigkeiten des iranischen Terrorregimes zu zerschlagen".

    +++ Hisbollah: Ganze Region soll sich "Aggression" entgegenstellen

    Die Hisbollah-Miliz im Libanon hat alle Länder und Menschen in der Region aufgerufen, sich der "Aggression" entgegenzustellen. Die vom Iran unterstützte Miliz warnte in einer Erklärung vor "verheerenden Folgen" der Angriffe, die "ausnahmslos" jeden Menschen in der Region betreffen würden. Sie bekundete zudem ihre Solidarität mit dem Iran. Die Regierung in Beirut hatte zuvor erklärt, der Libanon wolle nicht in den Konflikt hineingezogen werden.

    +++ Straße von Hormus offenbar gesperrt

    Die iranischen Revolutionsgarden verbieten Schiffen laut der EU-Marinemission Aspides die Durchfahrt durch die Straße von Hormus. Schiffe hätten über UKW-Funk die Mitteilung erhalten, dass "keinem Schiff die Durchfahrt durch die Straße von Hormus gestattet ist", sagte der Vertreter, der anonym bleiben wollte. Eine offizielle Bestätigung des Irans für die Sperre liegt jedoch nicht vor. Die Meerenge ist die weltweit wichtigste Route für den Ölexport und wird für Transporte aus mehreren Förderländern genutzt.

    Mehr zum Thema

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    Diese Nachricht wurde am 01.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.