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StartseiteCorsoIt's teatime, Mr. President!13.07.2018

Is was?! Aufreger der WocheIt's teatime, Mr. President!

Der Bundesinnenminister freut sich über ein nicht bestelltes Geburtstagsgeschenk, die AfD-Spitze schweigt auffällig zum NSU-Urteil und der amerikanische Präsident benimmt sich auf seiner Europatour so, wie er es am besten kann: daneben. Fraglich bleibt, ob Trump zumindest beim Besuch der Queen die Kontenance bewahrt.

Von Sigrid Fischer

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Vor dem Parlament in London steigt aus Protest gegen den Besuch des US-Präsidenten ein aufgeblasenes Trump-Baby in Windeln in die Höhe. (dpa/ Matt Dunham)
Demonstranten lassen in London einen riesigen Ballon steigen, der US-Präsident Trump als Baby darstellen soll. (dpa/ Matt Dunham)
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Hören Sie das auch? Dieses laute Schweigen? Keine Kommentare zu den Urteilen im NSU-Prozess von Storch? Von Weidel? Von Gauland? Hat’s der AfD-Spitze die Sprache verschlagen? Oder soll die Öffentlichkeit nicht wissen, was sie über die Mordserie an Migranten und über den rechten Terror im Land denken? Haben sie möglicherweise doch 'ne Ahnung davon, wann der Bogen überspannt ist und überlassen das Pöbeln diesmal lieber anderen in der Partei?

Seehofer und die Empathie

"Justizirrtum", "Schauprozess", "Justizspektakel" - sowas twitterte aus den hinteren AfD-Reihen. Davon hat sich der Bundesinnenminister ausnahmsweise lobenswert abgegrenzt und vom "Schmerz der Angehörigen" gesprochen, vom "Leid der überlebenden Opfer". Huch, für Anfälle von Empathie war der Bayer bis dahin eigentlich nicht bekannt.

Seehofer:

"Ausgerechnet an meinem 69sten Geburtstag sind 69 - ich hab das so gar nicht bestellt - Personen nach Afghanistan zurückgeführt worden."

Nicht bestellt - und trotzdem abgeholt. Effektiver geht die Asylwende wirklich nicht.  

Auch Masterpläne schmieden kann er, ganz alleine, ohne den Koalitionspartner. Ja mei, das kennt ein CSUler halt nicht anders. Koalieren, sich mit anderen abstimmen, Kompromisse schließen, was ist das denn? Liegt ja auch gar nicht mehr im Trend. Bündnispartner beleidigt man und setzt sie unter Druck, zum Beispiel beim NATO-Gipfel: Willst du Schutz? Musst du zahlen. Schutzgeld. So geht internationale Politik neuerdings.

Arme Theresa

Damit wird einem dann auch überall auf der Welt ein freundlicher "Piss off!"-, "Go away!"-Empfang bereitet, wie dem US-Präsidenten gerade in England von Zehntausenden sehr kreativen Protestlern. Die haben zu seinen Ehren auch extra einen alten Song von Green Day in die Charts zurückgekauft: "American Idiot."

Poor Theresa! Erst machen ihre Minister den "Therexit", der Football is auch nicht coming home. Und dann schreibt ihr der "Idiot" kurz vorm feierlichen Dinner unter ihre Brexit-Rechnung, wie blöd sie doch ist. Ein Mann trampelt durch Europa und schlägt eine Schneise der Unflätigkeiten.

Lisbet sollte diesem verzogenen Bengel und Weltordnungszerstörer heute Nachmittag mal gehörig in den Tee spucken. Gegenüber einer 92-jährigen Dame, dazu noch "Queen", kann er ja schlecht rumrüpeln, oder?     

Trump: "I’m very consistent, I’m a very stable genius."

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