Newsblog zum Krieg im Nahen und Mittleren Osten
Bundesregierung will Rückholaktion für in Nahost gestrandete Deutsche morgen starten

+++ Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere morgen starten. +++ Nach Angriffen auf die Atomanlage Natans ist iranischen Medien zufolge kein Austritt von Radioaktivität festgestellt worden+++ Im Libanon sind seit Beginn des Krieges bereits mehrere 10.000 Menschen vertrieben worden.

    Zu sehen ist ein Teil der Außenfassade des Berlin Auswärtigen Amtes.
    Das Auswärtige Amt in Berlin (picture alliance / dts-Agentur / -)

    Dienstag, 3. März

    +++ Bundeskanzler Merz hat die Hoffnung auf ein rasches Ende des Iran-Kriegs geäußert.

    Dieser solle "so bald wie möglich" enden, sagte der CDU-Politiker bei einem Treffen mit US-Präsident Donald Trump im Weißen Haus. Der Krieg schade der Wirtschaft, sagte Merz zur Begründung. Er verwies auf die gestiegenen Öl- und Gaspreise.

    +++ Der Iran verfügt nach den Worten von US-Präsident Donald Trump nicht mehr über eine Flugabwehr.

    Der Oberste Führer sei ausgeschaltet, und es sei heute ein weiterer Schlag gegen die neue Führung gelungen, sagt Trump an der Seite von Bundeskanzler Friedrich Merz im Oval Office. "Wir werden weiter machen."

    +++ Nach Angriffen der USA und Israels auf die Atomanlage Natans ist iranischen Medien zufolge kein Austritt von Radioaktivität festgestellt worden.

    Der iranische Botschafter bei der Internationalen Atomenergiebehörde (IAEA), Nadschafi, erklärte, die Anlage sei bei den Militäreinsätzen gegen sein Land getroffen worden.

    +++ Die Lufthansa hat Details zum geplanten Evakuierungsflug im Auftrag der Bundesregierung genannt.

    Demnach soll ein Jet vom Typ Airbus A340-300 in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag Kinder, Kranke und Schwangere nach Hause bringen. Die Maschine hat in der Konfiguration der Lufthansa 279 Passagiersitze. Außenminister Johann Wadephul hatte den Einsatz zuvor in Berlin angekündigt.

    +++ Im Libanon sind seit Beginn des Krieges bereits mehrere 10.000 Menschen vertrieben worden.

    Wegen der andauernden israelischen Luftangriffe wurden nach Angaben der Vereinten Nationen bisher rund 30.000 Menschen in staatlich ausgewiesenen Notunterkünften registriert. Viele weitere Vertriebene hätten die Nacht in ihren Autos, am Straßenrand und in Staus verbracht, teilte ein Sprecher des UNO-Flüchtlingshilfswerk UNHCR bei einer Pressekonferenz in Genf mit.

    +++ Die israelische Armee hat nach eigenen Angaben eine großangelegte Angriffsserie in der iranischen Hauptstadt Teheran begonnen.

    Ziel der Luftangriffe seien Einrichtungen der iranischen Führung, teilte ein Sprecher mit. Wie die iranische Nachrichtenagentur Tasnim berichtet, wurde auch das Gebäude des Expertenrats während einer laufenden Sitzung beschossen. Das südlich von Teheran in der Stadt Ghom tagende Gremium wählt den Nachfolger für den getöteten obersten Führer Chamenei.

    +++ Das iranische Militär hat nach erneuten Luftschlägen Israels und der USA weitere Ziele in der Golfregion angegriffen.

    In Saudi-Arabien wurde unter anderem die amerikanische Botschaft mit Drohnen attackiert. Die US-Vertretung in Kuwait blieb bis auf Weiteres geschlossen, nachdem sie gestern von einer Drohne getroffen worden war. Im Oman geriet nach Angaben der staatlichen Nachrichtenagentur die zivile Infrastruktur unter Beschuss. In Katar wurde der internationale Flughafen von Doha dem Außenministerium zufolge mehrfach mit Raketen attackiert. Die Angriffe seien jedoch vereitelt worden.

    +++ Bundesaußenminister Wadephul ist wegen seines Umgangs mit dem Krieg im Iran in die Kritik geraten.

    Die Grünen-Politikerin Amtsberg sagte der Funke Mediengruppe, obwohl sich die Lage in der Region seit Wochen zugespitzt habe, wirke die Bundesregierung vollkommen unvorbereitet. Die außenpolitische Sprecherin der Linksfraktion, Özdemir, kritisierte, dass man zunächst nur ältere Menschen, Kinder, Kranke und Schwangere ausfliegen wolle.

    +++ Die Bundesregierung will ihre Rückholaktion für Kinder, Kranke und Schwangere morgen starten.

    Ein erster Flug für die in Nahost gestrandeten Deutschen sei nach Maskat geplant, der Hauptstadt des Oman, kündigte Außenminister Wadephul (CDU) im Sender Welt TV an.

    +++ US-Präsident Donald Trump hat Gespräche mit der iranischen Führung vorerst ausgeschlossen.

    "Ihre Luftabwehr, Luftwaffe, Marine und Führung sind weg", schrieb Trump am Dienstag auf seiner Onlineplattform Truth Social. "Sie wollen reden. Ich habe gesagt: 'Zu spät!'"

    +++ Das Auswärtige Amt hat nach eigenen Angaben den iranischen Botschafter in Berlin einbestellt.

    Das Ministerium teilte auf der Online-Plattform X mit, man habe das iranische Regime "unmissverständlich" dazu aufgefordert, seine "rücksichtslosen Angriffe" auf Staaten der Region unverzüglich einzustellen. "Die Angriffe bedrohen unsere Verbündeten, unser Militärpersonal und unsere Staatsangehörigen in der Region", betonte das Auswärtige Amt.

    +++ Die ​Bundesregierung setzt wegen der Folgen des Nahost-Krieges auf die Energiepreise einen Krisenstab ein.

    Das teilte das Bundeswirtschaftsministerium auf Anfrage mit. Beteiligt seien unter anderem die Bundesnetzagentur, der Bundesnachrichtendienst, das Auswärtige Amt sowie das Bundeskanzleramt. Die Straße von Hormus ist eine strategisch wichtige Meerenge zwischen dem Iran und dem Oman. Die dortigen Öltransporte sind durch die Kämpfe in Nahost weitgehend zum Erliegen gekommen. Dies führte zu deutlichen Preissteigerungen bei Öl und Gas. Das Ministerium betonte, an der Versorgungslage habe sich nichts geändert. Alle Lieferungen von Flüssiggas (LNG) erfolgten planmäßig.
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    Diese Nachricht wurde am 03.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.