Iran-Krieg
Israel weitet seine Bodeneinsätze im Südlibanon aus

Israels Ministerpräsident Netanjahu hat die Armee angewiesen, im Süden des Libanons weiter vorzudringen. Er sagte auf einer Lagebesprechung, dass der - wie er es nannte - "bestehende Sicherheitsstreifen" ausgedehnt werden soll.

    Israelische Panzer stehen auf einem matschigen Feld in der Nähe der Grenze zum Libanon.
    Israel will den Bodeneinsatz im Südlibanon ausweiten - trotz wachsender Kritik. (AFP / ODD ANDERSEN)
    Ziel sei es, so Netanjahu, eine Bedrohung aus diesem Gebiet zu verhindern. Obwohl Israel der Hisbollah bereits schwere Schläge versetzt habe, verfüge die pro-iranische Miliz weiterhin über Restfähigkeiten, Raketen abzufeuern. Er habe mit den Kommandeuren des Nordkommandos über Wege gesprochen, die Lage grundlegend zu verändern.

    Kontrolle bis Fluss Litani?

    Netanjahu hatte zuvor die Einrichtung einer "größeren Pufferzone" angekündigt. Verteidigungsminister Katz sprach davon, das Gebiet bis zum Fluss Litani zu kontrollieren. Viele Libanesen befürchten eine großangelegte Bodeninvasion Israels.
    Im Zuge des Iran-Krieges war auch der Konflikt zwischen der militant-islamistischen Hisbollah im Libanon und Israel wieder aufgeflammt. Nach Angaben des libanesischen Gesundheitsministeriums kamen bei den israelischen Angriffen im Libanon seither mehr als 1.100 Menschen ums Leben.

    UNICEF: 370.000 Kinder vertrieben

    Der israelische Militäreinsatz steht zunehmend in der Kritik. Das UNO-Kinderhilfswerk UNICEF teilte zuletzt mit, seit Beginn der Offensive seien 370.000 Kinder aus ihren Wohnungen und Häusern vertrieben worden. Die Menschen im Libanon hätten keinen sicheren Ort mehr für eine Zuflucht - nicht einmal in der Hauptstadt Beirut.

    Merz nannte Bodenoffensive einen "Fehler"

    Bundeskanzler Merz hatte bereits vor zwei Wochen erklärt, eine israelische Bodenoffensive sei ein Fehler. Eine solche Offensive würde die "hoch angespannte humanitäre Lage und das dramatische Fluchtgeschehen weiter verschärfen". Er stellte zugleich klar, dass man scharf verurteile, dass die Hisbollah an der Seite des Iran in den Kampf gegen Israel eingetreten sei. Ähnlich klang kurz darauf auch eine gemeinsame Erklärung der Staats- und Regierungschefs und -chefinnen Deutschlands, Frankreichs, Italiens, Kanadas und Großbritanniens. 

    Weiterführende Informationen

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    Diese Nachricht wurde am 29.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.