Ausweitung Todesstrafe
Israels Botschafter kritisiert Menschenrechtsbeauftragten der Bundesregierung

Israel hat die Kritik des deutschen Menschenrechtsbeauftragten Castellucci an der Ausweitung der Todesstrafe mit scharfen Worten zurückgewiesen.

    Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor, hebt bei einem Interview den rechten Zeigefinger in die Höhe.
    Der israelische Botschafter in Deutschland, Ron Prosor (Michael Kappeler / dpa / Michael Kappeler)
    Der israelische Botschafter in Deutschland, Prosor, sprach von "arroganten Belehrungen" des SPD-Politikers. Die Kommentare Castelluccis erfolgten, während die Bürger Israels unter dem Beschuss von Staaten stünden, die die Vernichtung des Landes anstrebten, schrieb Prosor auf X. Der Botschafter verwies zudem auf den Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023. Dieser sei von Tätern begangen worden, auf die das bestehende Rechtssystem nicht abschreckend genug gewirkt habe.
    Die israelische Knesset hatte die Ausweitung der Todesstrafe am Montag beschlossen. Das Gesetz sieht Exekutionen für Palästinenser vor, die Israelis aus terroristischen Motiven töten - nicht aber für Israelis, die Palästinenser töten.
    Der Menschenrechtsbeauftrage der Bundesregierung hatte in Deutschlandfunk Kultur von einem moralischen Bankrott gesprochen. Zudem sei das Gesetz diskriminierend, weil es nur auf einen Teil der Bevölkerung abziele. Castellucci sagte, Israel stelle sich so außerhalb unseres Wertesystems. Es sei zu hoffen, dass Gerichte den Parlamentsbeschluss stoppten.
    Diese Nachricht wurde am 01.04.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.