Politische Krise
Italiens Ministerpräsidentin Meloni fordert Rücktritt von Tourismusministerin Santanchè nach Referendumsniederlage

Die italienische Regierungschefin Meloni hat Tourismusministerin Santanchè aufgefordert, ihr Amt niederzulegen.

    Italiens Tourismusministerin Daniela Garnero Santanche schaut auf einen Laptop und lächelt.
    Italiens Tourismusministerin Santanchè (picture alliance/LAPRESSE/Alfredo Falcone)
    Santanchè ist wegen des Vorwurfs der Bilanzfälschung in einem Strafprozess angeklagt und in zwei weitere Ermittlungsverfahren verwickelt. Meloni kann sie verfassungsrechtlich nicht entlassen, da Minister in Italien formell vom Staatspräsidenten ernannt werden. Zuvor hatten bereits zwei Mitarbeiter des Justizministeriums ihren Rücktritt erklärt: Staatssekretär Delmastro, weil er Geschäftsbeziehungen zu einem verurteilten Mitglied der Camorra verschwiegen hatte, und Kabinettschefin Bartolozzi wegen umstrittener Äußerungen über die Justiz im Referendumswahlkampf. Melonis Regierung hatte am Vortag eine deutliche Niederlage bei einem Referendum über eine Justizreform erlitten – rund 54 Prozent stimmten dagegen.
    Diese Nachricht wurde am 25.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.