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StartseiteSternzeitOben, unten und himmlisch dazwischen07.03.2018

James Turrell in der Bremer KunsthalleOben, unten und himmlisch dazwischen

Der nächtliche Sternenhimmel erweckt den Eindruck, der Weltraum sei über und die Erde unter uns. Dass auch der Weltraum unter uns ist, vermittelt James Turrell in der Kunsthalle Bremen.

Von Dirk Lorenzen

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Die Steinplatte mit Dioden, die den Sternenhimmel über dem Südpazifik darstellen  (Deutschlandradio / Dirk Lorenzen)
Die Steinplatte mit Dioden, die den Sternenhimmel über dem Südpazifik darstellen (Deutschlandradio / Dirk Lorenzen)
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Sein Lichtkunstwerk erstreckt sich über drei Ebenen. Unten befindet sich eine ovale Steinplatte, in die Hunderte farbiger Dioden eingelassen sind.

Die Lichtpunkte stellen den Himmelsanblick am 23. Juni 1961 um 12 Uhr Mitteleuropäischer Zeit dar – allerdings den genau auf der anderen Seite der Erde, also den Bremer Antipoden im Pazifik vor Neuseeland.

An jenem Tag wurde das Museum nach dem Krieg wiedereröffnet – und zum fünfzigsten Jubiläum installierte der US-amerikanische Lichtkünstler James Turrell diesen "Skyspace", Himmelsraum, wie er seine Werke nennt.

Im ersten Stock ermöglicht eine Glasplatte im Boden den Blick von oben auf diesen Himmelsausschnitt. Bei gutem Wetter öffnet sich zudem eine Klappe im Dach und gibt den Blick ans Bremer Firmament frei.

Blick aus dem 1. Stock durch eine dicke Glasscheibe auf die Steinplatte mit Sternen im Erdgeschoss (Deutschlandradio / Dirk Lorenzen)Blick aus dem 1. Stock durch eine dicke Glasscheibe auf die Steinplatte mit Sternen im Erdgeschoss (Deutschlandradio / Dirk Lorenzen)

Den Himmelsanblick am Mittag des 23. Juni gibt es jeden Tag – allerdings verändert sich durch die Drehung der Erde die Uhrzeit pro Tag um um vier Minuten.

Heute, dreieinhalb Monate früher, ist erst gegen 19 Uhr über Bremen exakt der Himmel zu sehen, der zum Kunstwerk gehört.

"Above – Between – Below" stellt jeden Tag zu etwas anderer Zeit das Firmament korrekt dar. Das Kunstwerk zeigt, dass es zwar ein oben und unten gibt, wir aber immer dazwischen sind – und damit mittendrin im Kosmos.

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