Mittwoch, 05. Oktober 2022

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Janko Lauenberger
"Die wahre Geschichte von Ede und Unku"

"Ede und Unku" heißt ein Roman von 1931, der von einer wahren Freundschaft zwischen dem Arbeiterjungen Ede und dem Sinti-Mädchen Unku erzählt. Die Nazis haben das Buch 1933 verboten. "Der Ur-Cousin von Unku hat die Geschichte seiner Familie nun weitererzählt", berichtet Rezensent Michael Weisfeld im DLF.

Michael Weisfeld im Gespräch mit Monika Dittrich | 07.05.2018

    Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin.
    Gedenkstätte für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma in Berlin (dpa / picture alliance / Michael Kappeler)
    Das Buch "Ede und Unku" war 1931 das Erstlingswerk der Kinderbuchautorin Grete Weiskopf, die es unter dem Pseudonym Alex Wedding veröffentlicht hatte. Die beiden Hauptfiguren, den Arbeiterjungen Ede und das Sinti-Mädchen Unku, gab es tatsächlich.
    Das Buch gehörte zu den Werken, die vor 85 Jahren, im Mai 1933, von den Nationalsozialisten verbrannt und damit verboten wurden. In der DDR gehörte der Roman zur Pflichtlektüre an Schulen und wurde auch verfilmt.
    Fortsetzung des Buches von 1931
    Jetzt ist wieder ein Buch erschienen mit dem Titel "Ede und Unku". Geschrieben hat es Janko Lauenberger, ein Ur-Cousin des Sinti-Mädchens Unku, gemeinsam mit der Journalistin Juliane von Wedemeyer.
    "Das alte Buch von Grete Weiskopf endet vor der Nazizeit", berichtet Rezensent Michael Weisfeld. "Das neue Buch von Janko Lauenberger erzählt diese Geschichte weiter, und die wird dadurch sehr viel schwerer." Es gehe um Deportation und Zwangsarbeit und den Massenmord in Auschwitz.
    Das Buch sei durch und durch empfehlenswertes Buch, auch "weil die Verfolgungsgeschichte der Sinti und Roma in der Nazizeit bis heute unterbelichtet ist und in der Öffentlichkeit keine große Rolle spielt".
    Janko Lauenberger, Juliane von Wedemeyer: "Ede und Unku - die wahre Geschichte. Das Schicksal einer Sinti-Familie von der Weimarer Republik bis heute"
    Gütersloher Verlagshaus, 240 Seiten, 20 Euro.