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Nächste Sendung: 22.04.2021 21:05 Uhr

JazzFacts
Alchemist der Klänge
Porträt des norwegischen Geigers Erlend Apneseth
Von Karl Lippegaus

In Erlend Apneseths utopischer Musik laufen viele Fäden zusammen. Die uralte, aus China stammende Maultrommel tanzt in seinem imaginären Orchester mit der norwegischen Fiedel, während Metallbecken und Trommeln vibrieren - und manches an Pink Floyd in Pompeji erinnert. „Es soll sich anfühlen wie Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, alles gleichzeitig“, sagt der Hardangerfiedler Erlend Apneseth. Archaische und neue Klangwelten verschmelzen miteinander, norwegischer Folk-Rock und frei Assoziiertes verbinden sich zu einer Musik im Werden. Die Suite „Fragmentarium“ entstand als Auftragswerk für das Kongsberg Jazz Festival 2019 mit einem neuen Ensemble, das Apneseths experimentellen Ansatz mitträgt. „Eine meiner größten Inspirationen ist die Erforschung meines Instruments“, sagt Apneseth über die mit der Violine verwandte traditionelle Kastenhalslaute. Was aus seinem Klanglabor dringt, zeigt seine höchst persönliche Vision einer nordischen Alchemie der Töne. In Volksmusik-Archiven sucht er nach alten Quellen, die er in seine eigene Klangsprache überführt. Wie der 30-jährige, kompromisslose Künstler aus all dem Disparaten ein organisches Ganzes formt, ist ein faszinierendes Geheimnis.
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