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StartseiteSport am Wochenende"Der DFB hat keine Lust auf eine Hängepartie"01.07.2018

Joachim Löw"Der DFB hat keine Lust auf eine Hängepartie"

Während bei der WM in Russland das Favoritensterben weitergeht, wird in Deutschland über das enttäuschende Abschneiden der DFB-Elf diskutiert. Hat Joachim Löw sich verzockt? Waren die Spieler zu siegessicher? Ein Stimmungsbild mit ARD-Reporter Burkhard Hupe, der die Deutsche Fußball-Nationalmannschaft in den letzten Wochen begleitet hat.

Astrid Rawohl im Gespräch mit Burkhard Hupe

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Bundestrainer Joachim Löw während des WM-Spiels gegen Südkorea in Kasan/Russland am 27.06.2018 (imago sportfotodienst)
Bundestrainer Joachim Löw während des WM-Spiels gegen Südkorea in Kasan/Russland (imago sportfotodienst)
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Bleibt Joachim Löw Nationaltrainer? Noch hat sich der 58-Jährige nicht zu seiner Zukunft geäußert. Im Laufe der nächsten Woche dürfte die Entscheidung fallen, denn der DFB erwartet eine Erklärung von Löw. "Der Deutsche Fußballbund hat keine Lust auf eine Hängepartie", macht ARD-Reporter Burkhard Hupe klar. Doch über die Ursachen des historischen Ausscheidens in der Vorrunde kann auch er nur spekulieren.

"Vielleicht haben sich die Spieler zu sehr in Sicherheit gewogen", meint Hupe. Alles sollte so weiterlaufen wie in den letzten Jahren, die schwachen Leistungen in den Tests waren keine ausreichende Warnung. "Ich glaube hier kommt man nur mit Küchenpsychologie weiter, nicht mit handfesten Argumenten", sagt Hupe.

Differenzen zwischen Löw und Bierhoff?

Anders steht er zur exzessiven Vermarktung der "Mannschaft". Für Hupe muss deshalb die Personalie von Teammanager Oliver Bierhoff auf den Prüfstand. Die Mannschaft sei vornehmlich durch  Werbekampagnen aufgefallen. "Gefühlt gibt es während der WM nur noch Werbespots mit Nationalspielern", kritisiert Hupe. Man müsse das Rad zurückdrehen, betont der Reporter und fordert eine Rückbesinnung auf den Sport.

Außerdem vermutet Hupe zunehmende Differenzen zwischen Löw und Bierhoff. Früher sei nach Niederlagen das Wort "Wir" gefallen. Doch schon nach der Auftaktniederlage gegen Mexiko habe Bierhoff nur noch "über den Trainer gesprochen".

Im Dlf-Gespräch unterstreicht Hupe außerdem, dass sich der Bundestrainer Vorwürfe gefallen lassen muss. "Joachim Löw ist schon in gewisser Weise beratungsresistent", sagt der Reporter. Als Beispiele nennt er das verlorene EM-Halbfinale 2012 und die Diskussionen um die Position von Philipp Lahm bei der WM 2014. Ob Löw dieses Mal eigene Fehler eingestehen wird? Für Burkhard Hupe äußerst fraglich.

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