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StartseiteSternzeitKrebsnebel, Atlas und ein Sturz vom Teleskop10.11.2020

John Bevis vor 325 Jahren geboren Krebsnebel, Atlas und ein Sturz vom Teleskop

Vor 325 Jahren kam in Old Sarum in England John Bevis zur Welt. Er studierte Medizin an der Universität Oxford – und wurde ein begeisterter Amateurastronom. 1731, im Alter von 36 Jahren, entdeckte John Bevis den Krebsnebel im Sternbild Stier.

Von Dirk Lorenzen

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Die Explosionswolken von Supernovae sind nicht immer kreisrund, wie der Crab-Nebel im Stier zeigt (NASA/ESA)
John Bevis hat den Krebs-Nebel M1 im Sternbild Stier entdeckt (NASA/ESA)

Diese Gaswolke ist der Überrest einer Supernova-Explosion aus dem Jahr 1054. Zwar trägt sie im Katalog des französischen Astronomen Charles Messier die Nummer 1. Doch dieser war keineswegs der erste, der den Krebsnebel bemerkte. John Bevis hatte ihn schon Jahrzehnte zuvor beobachtet.

Eine Zeit lang benutzte John Bevis die Teleskope der Sternwarte Greenwich bei London. Von dort aus hat er im Mai 1737 offenbar ein ganz besonderes Himmelsereignis verfolgt: Eine Bedeckung Merkurs durch die Venus – eine gegenseitige Planetenbedeckung ist extrem selten.

Der Große Bär, dargestellt in der "Uranographia Britannica"  (Bevis)Der Große Bär, dargestellt in der „Uranographia Britannica“ (Bevis)

Später errichtete John Bevis im Norden von London ein privates Observatorium. Seine Beobachtungen fügte er im Himmelsatlas "Uranographia Britannica" zusammen.

Nach dem Stechen von gut fünfzig Druckplatten ging seinem Verleger das Geld aus. Das viel beachtete Werk ist daher erst Jahrzehnte später posthum erschienen, unter dem Titel "Atlas Celeste" – und ohne Nennung des Autors. Darüber hinaus hat John Bevis ein Verfahren entwickelt, um die Verfinsterungen und Bedeckungen der Jupitermonde vorherzusagen.

Im Jahr 1771 starb John Bevis 75-jährig "im Dienst" – er stürzte vom Gerüst seines Teleskops.

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