
Die Gründe dafür seien unter anderem der Föderalismus mit vielen schlecht vernetzten Behörden, zu wenig spezialisiertes Personal und insgesamt starre Verwaltungsstrukturen. Gleichzeitig agierten Täter mit hochspezialisierten Anwaltsteams und gezielten Verwirrungstaktiken. Dies sorge für ein deutliches Ungleichgewicht. Schätzungen zufolge entgingen dem Staat jährlich rund 100 Milliarden Euro durch Steuerhinterziehung und andere Formen der Wirtschaftskriminalität. Dies entspreche etwa einem Fünftel des gesamten Staatshaushalts, sagte Brorhilker.
Allein durch sogenannte Cum-Ex- und Cum-Cum-Geschäfte, sei ein Schaden von mindestens 40 Milliarden Euro entstanden. Bei dieser Art von Steuerkriminalität hatten sich Investoren mehrfach Steuern erstatten lassen, die sie gar nicht gezahlt hatten. Brorhilker war an der Aufklärung dieser Fälle als Oberstaatsanwältin beteiligt. Inzwischen arbeitet sie für den Verein "Bürgerbewegung Finanzwende".
Diese Nachricht wurde am 21.03.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.
