Sonntag, 14. August 2022

Kammermusikfest Spannungen 2021
Eingebettet in Schuberts Welt

Der "Schwanengesang" lässt sich als Resümee zur Schubertschen Liedkunst verstehen, als Pendel zwischen romantischen Sehnsüchten und völliger Weltaufgabe. Die Liedersammlung umrahmt das Abschluss-Konzert der "Spannungen" und blickt so auch retrospektiv auf das Festival.

Am Mikrofon: Norbert Hornig | 21.03.2022

Keine Angst vor Experimenten: Franz Schubert, hier gemalt von Wilhelm August Rieder, schrieb seine "Arpeggione"-Sonate für ein kurzlebiges Instrument
Traf den Zeitgeist der Romantik ins Mark: der Komponist Franz Schubert. (imago images / Leemage)
"Schwanengesang": Unter diesem Titel veröffentlichte Franz Schuberts Wiener Verleger 1829 die letzten Lieder des Komponisten, der im Jahr zuvor verstorben war. Darin sind Vertonungen nach Gedichten von Ludwig Rellstab, Heinrich Heine und Johann Gabriel Seidl versammelt. Ein melodisches Juwel. Allseits bekannt ist das vierte Lied "Ständchen".
Im Abschlusskonzert des Kammermusikfestes Spannungen 2021 bringen der britische Tenor Ian Bostridge und Lars Vogt die Liedsammlung in zwei Teilen zu Gehör.
Ein Mann in weißem Hemd und schwarzem Jackett steht vor einem Mikrofon und singt konzentriert.
"Für mich geht 'Schwanengesang' an die Grenzen dessen, was es bedeutet, ein Liedsänger zu sein", sagt der britische Tenor Ian Bostridge. (Georg Witteler)
Eingebettet in Schuberts Welt erklingt Mozarts harmonisch kühnes "Dissonanzenquartett", gefolgt von "Plainscapes" für Klaviertrio des lettischen Komponisten Peteris Vasks. Das klangopulente, ekstatisch gesteigerte Werk ist die Umarbeitung einer Komposition für achtstimmigen gemischten Chor, Violine und Violoncello von 2011.
Eine Geigerin, eine Pianistin und ein Cellist musizieren in einem Kraftwerk.
Ein langsames Erwachen in der stillen Landschaft Lettlands: So stellt sich die Pianistin Saskia Giorgini "Plainscapes" von Pēteris Vasks vor. Beim Kammermusikfest Spannungen spielte sie das Werk mit der Geigerin Anna Reszniak (links) und dem Cellisten Gustav Rivinius. (Georg Witteler)
Franz Schubert
Schwanengesang. 7 Lieder nach Gedichten von Rellstab für Singstimme und Klavier, D 957

Wolfgang Amadeus Mozart
Quartett für 2 Violinen, Viola und Violoncello (Nr. 19) C-Dur, KV 465

Pēteris Vasks
Plainscapes für Violine, Violoncello und Klavier

Franz Schubert
Schwanengesang. 6 Lieder nach Gedichten von Heine für Singstimme und Klavier, D 957 (mit: Die Taubenpost, D 965A)
Ian Bostridge, Tenor
Saskia Giorgini, Klavier
Lars Vogt, Klavier
Byol Kang, Violine
Anna Reszniak, Violine
Antje Weithaas, Violine
Jan Larsen, Viola
Marie-Elisabeth Hecker, Violoncello
Gustav Rivinius, Violoncello
Aufnahme vom 27. Juni 2021 aus dem Wasserkraftwerk in Heimbach