Samstag, 04. Dezember 2021

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Kammermusikfest SpannungenVon kleinen Tieren und großen Gefühlen

Erinnerungen an vergangene Liebschaften, das Summen der Bienen im Sommer, Volksmusik beim Dorffest - manche Kompositionen klingen wie ein Tagebuch. Beim Festival im Eifelort Heimbach 2017 waren sie zu hören. Von Dvořák über Bartók bis Suk.

Am Mikrofon: Johannes Jansen | 29.01.2018

Die Musiker Chritian Tetzlaff, Kiveli Dörken und Maximilian Hornung nehmen auf der Bühne beim Kammermusikfest Spannungen am 24. Juni 2017 den Applaus entgegen.
Chritian Tetzlaff (Violine), Kiveli Dörken (Klavier) und Maximilian Hornung (Violoncello) beim Kammermusikfest Spannungen am 24. Juni 2017 (@ Spannungen)
Komponisten stellt man sich gerne als Stubenhocker vor, und es ist wahr: Wer eine komplexe Partitur zu Papier bringt, tut dies gern in häuslicher Abgeschiedenheit. Die Inspiration kommt freilich oft genug von draußen, bei großen sinfonischen Naturgemälden genauso wie bei intimeren, der Privatsphäre abgelauschten Werken. Die "Zypressen" von Antonín Dvořák sind musikalische Reminiszenzen an eine verflossene Liebe, für die symbolisch der Baum der Trauer steht. Als fröhlicher musikalischer Insektenforscher betätigt sich der belgische Komponist Alphonse Stallaert in seinem klanglich vielgestaltigen "Bestiaire". Josef Suk drängt es mit seinem Opus 1 aus der Enge des Konservatoriums hinaus zu neuen Ufern der Spätromantik, während sich Béla Bartók in seiner aus Quellen ungarischer Volksmusik gespeisten Violinsonate einem wilden Expressionismus verschreibt. Der rechte Ort für eine Begegnung mit diesen Werken ist das Kammermusikfest im malerisch gelegenen Wasserkraftwerk Heimbach in der Eifel, wo die "Spannungen" für die beteiligten Künstler jedes Jahr auch ein Stück Sommerfrische sind.
Kammermusikfest Spannungen 2017
Aufnahme vom 24.6.2017 aus dem Kraftwerk Heimbach
Antonín Dvořák
Zwei ›Zypressen‹ (Nr. VII u. VIII) für Streichquartett o.O. B. 152
Alphonse Stallaert
›Défilé des Insectes‹ (Bestiaire III) für Altsaxophon, Violoncello und Klavier
Antonín Dvořák
Trio g-Moll für Violine, Violoncello und Klavier op. 26
Béla Bartók
Sonate für Violine und Klavier Nr. 2 Sz 76
Josef Suk
Quartett für Klavier, Violine, Viola und Violoncello a-Moll op. 1
Ausführende:
Asya Fateyeva, Saxophon
Sarah Christian, Violine
Elisabeth Kufferath, Violine
Christian Tetzlaff, Violine
Antje Weithaas, Violine
Vicky Powell, Viola
Maximilian Hornung, Violoncello
Kiveli Dörken, Klavier
Martin Helmchen, Klavier
Lars Vogt, Klavier