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Kampf um KobaneAngriff von drei Seiten

Angriffe auf die Stadt Kobane. (AFP/Aris Messinis)
Haben die USA Kobane schon aufgegeben? (AFP/Aris Messinis)

Die Terrormiliz Islamischer Staat hat ihre Angriffe auf die syrische Stadt Kobane an der Grenze zur Türkei offenbar verstärkt. Unter Berufung auf kurdische Aktivisten wird gemeldet, es gebe heftige Gefechte im Süden, Westen und Osten der Stadt.

Kurdische Kämpfer hätten in der Nacht Selbstmordanschläge und mehrere Angriffe der Dschihadisten vereiteln können. Nach Angaben syrischer Menschenrechtsbeobachter flog die von den USA geführte Militärallianz weitere Luftangriffe.

Im Westen des Irak, in der Provinz Anbar, schätzt das Pentagon auch nach wochenlangem Bombardement von IS-Stellungen die Lage als gefährlich ein. Ein Offizier in Washington unterschied zwischen den irakischen Truppen dort und den kurdischen Perschmerga im Norden des Landes. Die Kurden eroberten Orte und Gebiete zurück, und es gebe mehr Abstimmung als bei den Irakern. 

"Kobane wird ein Opfer sein"

Nach Einschätzung des US-Experten Jackson Janes haben die USA die syrische Grenzstadt Kobane im Kampf gegen die Dschihadistengruppe Islamischer Staat (IS) längst aufgegeben. "Kobane wird ein Opfer sein", sagte Janes von der Johns Hopkins University in Deutschlandradio Kultur. Ein Signal dafür sei, dass die von den USA geführte Militärkoalition gegen den IS erst am kommenden Dienstag zu Beratungen über die Krise zusammenkomme.

Ruprecht Polenz kritisierte das internationale Vorgehen im Kampf gegen die Terrormiliz Islamischer Staat. Er vermisse eine abgestimmte Strategie, sagte der langjährige Vorsitzende des Auswärtigen Ausschusses im Bundestag im Deutschlandfunk. Das Engagement Deutschlands verteidigte er jedoch: Man helfe den Flüchtlingen vor Ort und indem man sie in der Bundesrepublik aufnehme. Das "öffentliche Gezerre" an der Türkei kritisierte der CDU-Außenpolitiker. Würde Ankara jetzt im Norden Syriens einmarschieren, stünde es "schnell als Besatzer Syriens oder auch als Besatzer sogenannten kurdischen Territoriums am Pranger".

Demonstration in Düsseldorf

In Düsseldorf haben sich heute 20.000 Kurden versammelt, um gegen den IS-Terror zu demonstrieren. Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) zeigte sich besorgt wegen der jüngsten Zusammenstöße zwischen Kurden und Salafisten in Deutschland. Die Verantwortlichen müssten mit der vollen Härte des Rechtsstaats rechnen, sagte der CDU-Politiker dem Nachrichtenmagazin "Focus".

(bor/nza)

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