Montag, 21.10.2019
 
Seit 16:35 Uhr Forschung aktuell
StartseiteInterview"Lehre aus den schrecklichen Feuern 2017"23.07.2019

Katastrophenschutz-System "rescEU""Lehre aus den schrecklichen Feuern 2017"

Seit diesem Jahr gibt es das europäische Katastrophenschutz-System "rescEU". Es biete eine Art Schutzverstärkung für die Mitgliedsstaaten, sagte EU-Experte Felix Bloch im Dlf. Hätte es diese Reserve schon 2017 gegeben, hätte man Portugal bei den schweren Waldbränden damals besser helfen können.

Felix Bloch im Gespräch mit Mario Dobovisek

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Feuerwehrleute der Republikanische Nationalgarde versuchen am 18.06.2017 in Avelar (Portugal) einen Waldbrand zu löschen. Bei einem verheerenden Waldbrand im Zentrum von Portugal ist die Zahl der Todesopfer auf 39 gestiegen. (zu dpa «Waldbrand in Portugal tötet mindestens 39 Menschen» vom 18.06.2017) Foto: Armando Franca/AP/dpa +++(c) dpa - Bildfunk+++ (AP)
Bei den Waldbränden 2017 in Portugal waren hunderte Feuerwehrmänner im Einsatz (AP)
Mehr zum Thema

Brände in der Arktis Feuerschutz für kleine kanadische Gemeinden

Waldbrand bei Lübtheen Der Bund trägt Verantwortung

Mecklenburg-Vorpommern "Wir haben das Feuer eingekesselt"

In Portugal gilt eine besondere Waldbrandgefahr, seitdem im Juni 2017 mehr als 60 Menschen bei mehreren Großbränden ums Leben kamen und Hunderte verletzt wurden. Im Jahr 2019 sind in Portugal bislang 20 Menschen bei schweren Waldbränden verletzt worden.

Schutzverstärkung für die Mitgliedsstaaten im Katastrophenfall

Das neue Katastrophenschutz-System der EU mit dem Namen "rescEU" sei "die Lehre, die wir aus den schrecklichen Feuern 2017 in Portugal gezogen haben", so Bloch. Bloch ist Mitglied im Kabinett von Kommissar Christos Stylianides, EU-Kommissar für humanitäre Hilfe und Krisenschutz. Das Programm ist seit dem 21. März 2019 in Kraft

Es handle sich dabei um eine Art Schutzverstärkung für die Mitgliedsstaaten im Katastrophenfall, erklärte Bloch: "Wir werden nicht von selbst tätig, sondern der Mitgliedsstaat muss um Hilfe ersuchen, erst dann werden wir aktiv. Das ist auch richtig so, weil natürlich die Behörden vor Ort die Situation besser einschätzen können als wir von Brüssel aus".

Die Einsatz- und Bereitstellungskosten für "rescEU" kämen aus dem EU-Haushalt, die zusätzliche Kapazitätsreserve werde aber bei den Mitgliedsstaaten stationiert. Diese bestehe derzeit aus neun Löschflugzeugen und sechs Hubschraubern. "Hätte man diese Reserve 2017 gehabt, hätte man Portugal helfen können", so Bloch.

Deutschland habe "rescEU" bislang nicht in Anspruch genommen, da es Feuer wie zuletzt den Großbrand bei Lübtheen in Mecklenburg-Vorpommern selbst unter Kontrolle bekommen habe. Das Programm sei besonders für kleinere Mitgliedsstaaten von Interesse, die schneller an ihre Kapazitätsgrenzen kämen.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk