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Kaufberatung: Womit leuchten, wenn die Glühlampe vom Markt genommen ist?

Das Zeitalter der Glühlampe geht zu Ende. Ab dem 1. September dürfen nur noch Restbestände verkauft werden. Die Industrie nimmt für die Nachfolger in Anspruch, nicht nur sparsamer, sondern auch besser und langlebiger zu sein. Neben der Energiesparlampe gibt es auf dem Markt Halogenleuchten und LED.

Von Dieter Nürnberger | 28.08.2012

Ab dem 1. September sollen die herkömmlichen Glühlampen also weitgehend aus den Regalen verschwinden. Gibt es inzwischen einen modernen Ersatz für jede Einsatzmöglichkeit?

Das Angebot ist in den vergangenen Jahren deutlich vielseitiger geworden. Der Verbraucher kann neben der normalen Energiesparlampe auch zur Halogen- oder LED-Lampe greifen. Hersteller und Handel verweisen darauf, dass die neuen Lampen jetzt auch in verschiedenen Farbtemperaturen zu haben sind, ebenso in verschiedenen Formen und teilweise auch für spezielle Zwecke, etwa wenn das Licht gedimmt werden soll. Erhard Bülow ist Energieberater bei der Verbraucherzentrale in Berlin:

"Ich denke mal schon, dass es für jeden Leuchter etwas Passendes gibt. Beim Kauf einer Lampe sollte man grundsätzlich eine alte mal mitnehmen, da sollte man schon drauf achten, dass man entsprechend seines Geschmacks die Lampe dann aussucht."

Früher konnte man sich an der Maßeinheit Watt orientieren. Wie ist das heute?

Die Orientierung ist schwieriger geworden. Verbraucher sollten sich daher mit den Begriffen Lumen und Kelvin vertraut machen. Eine Lampe mit 600 Lumen entspricht von der Leuchtkraft her ungefähr einer alten 60-Watt-Glühlampe. Der Wert Kelvin gibt an, wie kalt oder warm das Licht ist, die sogenannte Farbtemperatur. Die alte Glühlampe lag bei rund 2.700 Kelvin. Experten sprechen hier von einem warmweißen Licht.

Die EU hat die alten Glühlampen vor allem aus Energiespargründen vom Markt genommen. Welche der modernen Lampen ist denn nun am sparsamsten?

Die alte Glühlampe produzierte zu rund 95 Prozent Wärme und nur zu 5 Prozent Licht. Die neuen Lampen kommen auf bessere Werte. Wichtig ist zudem die Lebensdauer: Glühlampen gingen recht schnell kaputt, meist schon nach rund 1.000 Betriebsstunden, die preislich vergleichbaren Halogenglühlampen schaffen im Schnitt das Doppelte.

Noch besser sind Energiespar- und LED-Lampen: Laut Stiftung Warentest halten gute Energiesparlampen über 6000 Stunden durch.

Die Stiftung Warentest spricht bei guten Energiesparlampen von einer Nutzungsdauer von über 6.000 Stunden. LED-Lampen können mehr als 20.000 schaffen, sie kosten dafür aber auch meist noch zwischen 30 und 40 Euro. Aber Vorsicht: Wie bei allen Produkten gilt: Auch bei modernen Lampen gibt es gute und schlechte Qualität zu kaufen.

Sind Energiesparlampen gesundheitsgefährdend?

Die Lampen enthalten geringe Mengen an Quecksilber, einem giftigen Schwermetall. Für den Hausmüll sind Energiesparlampen damit tabu. Sollten sie einmal zerbrechen, ist Vorsicht angesagt: Jürgen Waldorf, Geschäftsführer des Fachbereichs Licht beim Branchenverband ZVEI:

"Man soll den Raum lüften, anschließend die Scherben aufkehren und in einen verschlossenen Plastikbehälter oder -beutel geben. Und dann entsorgen."

Neben öffentlichen Entsorgungsstellen nehmen auch manche Fachgeschäfte und Baumärkte kaputte oder ausgediente Energiesparlampen zurück. Im Internet gibt es zudem die Seite "lichtzeichen.de", hier reicht die Angabe einer Postleitzahl, um Entsorgungsstellen in Wohnortnähe zu finden.

Einzelne Hersteller unterlaufen das Glühlampenverbot, in dem sie sogenannte stoßfeste Lampen anbieten. Was ist davon zu halten?

Diese Speziallampen wurden einst für die Industrie oder die Schifffahrt entwickelt. Sie kosten rund 5 Euro, etwa soviel wie eine gute Energiesparlampe. Jürgen Waldorf vom ZVEI hält davon wenig.

"Es ist in der Tat keine Alternative. Weil diese Lampen auch mehr Energie verbrauchen als herkömmliche Glühlampen. Sie sind teurer. Wenn ich wirklich Glühlampen-Ähnliches Licht haben möchte, sollte ich zu den energiesparenden Halogenlampen greifen."

Und unterm Strich?

Viele Mängel bei energiesparenden Lampen - wie etwa eine ungemütliche Lichtfarbe – sind beseitigt worden. Zwar sind alle drei modernen Varianten im Einkauf meist teurer als die herkömmliche Glühlampe. Für Erhard Bülow, den Energieberater bei der Berliner Verbraucherzentrale, überwiegen dennoch die Vorteile.

"Wir sparen mindestens 75 Prozent der Energie ein. Und wir sind ja gerade auch bei der Energiewende dabei. Und diese 75 Prozent, die müssen wir dann nicht mehr erzeugen."