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StartseiteInterview"So viel Engagement und Zusammenhalt wie noch nie"22.12.2020

Kirche in Corona-Zeiten "So viel Engagement und Zusammenhalt wie noch nie"

Das Verlangen der Menschen, etwas zu erleben, das sie seelisch erbaut, werde gerade in diesen Zeiten immer größer, sagte der Kölner Pfarrer Franz Meurer im Dlf. Zur Frage, ob der Kölner Erzbischof Woelki nach Vertuschungsvorwürfen noch im Amt bleiben könne, erklärte Meurer: "Es steht Spitz auf Knopf."

Franz Meurer im Gespräch mit Dirk-Oliver Heckmann

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Klebeband mit der Aufschrift "Bitte Abstand halten" klebt vor einer Weihnachtskrippe in der Marktkirche Hannover. (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)
Leere Kirchen könnten zu Weihnachten zur Regel werden. Ob Präsenzgottesdienste stattfinden, ist äußerst ungewiss und vielerorts noch nicht final entschieden. (picture alliance/dpa | Julian Stratenschulte)
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"Wir werden auf jeden Fall den Gottesdienst am Heiligabend streamen", so Pfarrer Franz Meurer im Dlf. Dass im Moment jedoch keine Präsenzgottesdienste stattfinden können, sei nach seiner Auffassung bundesweit klar.

Der katholische Pfarrer aus Köln-Deutz kann trotz der aktuellen Pandemielage auch viel Positives im Gemeindeleben erkennen.

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"Im Moment haben wir auch Phänomene, die gab es noch nie: so viel Engagement, so viel Zusammenhalt. Bei uns ist ja alles ökumenisch, was irgendwie geht. Das haben wir noch nie erlebt." Als Beispiele nannte Meurer ehrenamtliche Besuche der Gemeindemitglieder in Seniorenheimen, Telefonketten oder "dass man einfach den Nachbarn wahrnimmt und zusammenhält."

Meurers Erfahrung sei es, dass jene Menschen, die zusammenhalten, mit der Pandemiesituation klarkommen. "Die Menschen, die sich zurückziehen, haben ein riesen Problem."

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Bezogen auf die Diskussion um sexualisierte Gewalt in der Kirche und um Vertuschungsvorwürfe gegen den Erzbischof von Köln, Rainer-Maria Woelki, sagte Meurer: " Wir haben ein riesiges Problem und es gibt eigentlich immer nur eine Lösung: Transparenz, Transparenz, Transparenz. Ich selber habe immer vertreten, alle sollen doch mal einfach darstellen, was gewesen ist."

Momentan sehe es jedoch danach aus, dass man die geforderte Transparenz erst im März bekomme. Dann soll ein neues Gutachten zu dem Fall vorliegen.


Das Interview in voller Länge:

Dirk-Oliver Heckmann:  Ist es zu verantworten, Gottesdienst zu feiern, oder ist es ein Gebot der Nächstenliebe, es zu lassen oder auf Video-Gottesdienste umzustellen? Was ist mit den vielen alten Menschen, die drohen, alleine zu Hause depressiv zu werden?

Franz Meurer: Normalerweise wäre heute ein Gottesdienst, gleich um zehn Uhr mit 500 Schülern der Gesamtschule – Schülerinnen natürlich auch –, wo die Lehrer solo singen, wo natürlich der Imam dabei ist. All das ist nicht der Fall. Wir haben zum Glück schon Filme aufgenommen. Wir haben Krippenspiele sowohl von Kindergartenkindern als von Jugendlichen sehr modern aufgenommen. Wir werden auf jeden Fall Gottesdienst streamen am Heiligabend. Aber heute Abend um 19 Uhr trifft sich der Pfarrgemeinderat. Bei uns wird alles ausnahmslos demokratisch entschieden. Und dann wird überlegt: Was machen wir?

Der Kölner Pfarrer Franz Meurer (imago / Benjamin Horn)Der Kölner Pfarrer Franz Meurer (imago / Benjamin Horn)

Heckmann: Und was machen Sie? Wie sieht es aus?

Meurer: Ja, das wird heute Abend entschieden. Wir haben bisher noch alles ausgebucht, die Gottesdienste. Zum Glück haben wir seit 41 Wochen einen Wochenbrief, den wir an 900 Leute verschicken, der natürlich auch im Internet ist, mit einer Andacht, die natürlich nicht ich mache, sondern immer Menschen aus der Gemeinde von 15 bis 93 Jahre bisher.

Meurer: Wie ist denn Ihre persönliche Meinung, Herr Meurer? Kann man denn einen Präsenzgottesdienst abhalten?

Meurer: Meine persönliche Meinung werde ich auch heute Abend sagen. Wir müssen darauf verzichten. Aber das ist meine Meinung als Person und der Pfarrgemeinderat wird das demokratisch abstimmen. Ich bin mal selber gespannt, in welche Richtung es geht. Dass es insgesamt im Moment in die Richtung geht, keine Präsenzgottesdienste zu machen, ist, glaube ich, bundesweit klar.

Meurer: Die Nachfrage, etwas zu erleben, wird immer größer

Heckmann: Boris Johnson, der britische Premier, der hat dieser Tage gesagt, das ist das schlimmste Weihnachten seit dem Zweiten Weltkrieg. Wie sehen Sie das?

Meurer: Ja und nein! Wir versuchen zum Beispiel gerade die Leute in den Seniorenheimen nicht nur weiter zu bedenken, sondern wir bringen da Obst hin, geben das ab, wir geben Blumen ab, wir haben Telefonketten. Im Moment haben wir auch Phänomene, die gab es noch nie: so viel Engagement, so viel Zusammenhalt. Bei uns ist ja alles ökumenisch, was irgendwie geht. Das haben wir noch nie erlebt. Zum Beispiel die Kommunionkinder kommen jetzt noch am Sonntag mit den Eltern, sonntagsnachmittags exklusiv für sie, zu 100 Prozent in die Kirche. Das hat es noch nie gegeben. Das heißt, die Nachfrage, etwas zu erleben, was die Menschen innerlich bewegt und seelisch erbaut, die wird immer größer. Natürlich: Die Leute rufen auch nachts um zwei an und nachts um vier.

Heckmann: Herr Meurer, Sie reden ja mit sehr vielen Leuten in Ihrer Gemeinde, kommen mit vielen Menschen zusammen, auch in Pandemie-Zeiten, mit Abstand natürlich und Maske. Welchen Eindruck haben Sie? Wie sehr belastet die Pandemie die Menschen, mit denen Sie reden?

Meurer: Die Menschen, die zusammenhalten, kommen damit klar. Die Menschen, die sich zurückziehen, haben ein riesen Problem. Die Menschen, die die Arbeit verlieren – die gibt es ja auch; ich habe hier einen alleinerziehenden Vater, der hat seine Arbeit verloren -, das ist natürlich ganz schrecklich. Das ist die eine Seite.

Die andere Seite ist: Wir müssen das organisieren. Das heißt, dafür sind nicht nur die Kirchen da. Dafür sind alle Menschen guten Willens da, dass man den Nachbarn wahrnimmt, dass man zusammenhält.

Heckmann: Sie haben mir gestern am Telefon gesagt, Sie kamen gerade von einer Beerdigung. Wie sterben die Menschen derzeit in den Alten- und Pflegeeinrichtungen oder auch zu Hause? Gibt es Menschen, die alleine sterben müssen wegen Corona?

Meurer: Das gab es im April/Mai. Aber im Moment darf man, darf ich sowieso immer in Hospize sowieso, auch in Altenheime. Aber es wird immer enger und ich bin mal gespannt, ob es wieder ein Besuchsverbot gibt. In den ersten Altenheimen, wo solche Fälle aufgetreten sind mit Corona, gibt es das schon. Das ist eine große Sorge, ohne jede Frage.

"Wenn es nicht um Leben und Tod geht, telefoniere ich"

Heckmann: Wie schwierig ist es, mit diesen Menschen in Kontakt zu treten? Sie sind dann ja auch voll eingekleidet, nehme ich an. Schwierige Situation.

Meurer: Ja. Ich mache es so: Wenn es nicht um Leben und Tod geht, telefoniere ich, gebe ich Päckchen ab. Ich fahre zum Beispiel jeden Sonntag immer schon ab acht Uhr die Altenheime ab, die Krankenhäuser, wo Leute von uns sind, Sonntagsmorgens, weil dann ist alles frei. Normal fahre ich Fahrrad, aber manchmal muss man mit dem Auto, wenn das weit weg ist, auch hin, und das mache ich einfach weiter.

Aber ganz viele machen inzwischen Ähnliches. Sehr wichtig finde ich die Telefonketten, dass gerade die älteren Leute auch in Seniorenhäusern sich regelmäßig mindestens einmal am Tag anrufen, mitkriegen, Du lebst noch, sich aussprechen und so weiter.

Heckmann: Haben Sie schon Fälle von Menschen gehabt, die an Corona gestorben sind und deren Angehörige Sie betreuen mussten?

Meurer: Ja, sicher! Wir hatten auch ganz, ganz schlimm, dass ein Mensch, sagen wir mal, 80 Tage lang auch von den engsten Angehörigen nicht besucht werden konnte. Das war so was von furchtbar, ganz schrecklich. Das fing mit einem kleinen Bruch an und hat mit dem Tod geendet.

Heckmann: Was macht man da?

Meurer: Ja, was macht man da? Zuhören, beistehen, hingehen. Was anderes ist ja nicht möglich. Einfach rüberbringen, Du bist nicht allein. Mehr kann man nicht machen, aber das, finde ich, ist schon sehr viel.

Heckmann: Wie reagieren die Menschen?

Meurer: Die Menschen reagieren, um es mal klar zu sagen, so, wie sie immer reagieren. Wir haben doch nur eine Chance als Christen, wenn wir den Menschen nützen. Da bei uns alles ökumenisch ist – gestern ist zum Beispiel das Programm der neuen ökumenischen Familienwerkstatt rausgekommen. Unten liegen 3.000 Hefte. Die werden jetzt verschickt. Ob das alles so stattfinden kann nächstes Jahr, wissen wir nicht. Aber wir müssen doch deutlich machen, wir hören nicht auf. Wir haben zum Beispiel jetzt auch Nachhilfe neu organisiert für Kinder. Wir haben 170 Laptops besorgt mit der Gesamtschule. Das heißt, wir müssen etwas tun, dass die Menschen den Eindruck gewinnen, man sagt in Köln, ich loss Dich nit im Riss, ich lasse Dich nicht hängen. Das ist eigentlich auch das, was Auferstehung meint, ich loss dich nit im Riss, Du kannst Dich auf mich verlassen. Das zu befördern, ist unser Job!

Fall Woelki: Hier hilft nur Transparenz

Heckmann: Das ist Ihr Job in den Kirchen, in der Katholischen Kirche auch. Zur Pandemie hinzu, Herr Meurer, kommt noch die sicher sehr belastende Diskussion um sexualisierte Gewalt in der Kirche, um Vertuschungsvorwürfe gegen niemand geringeren als den Erzbischof von Köln, Kardinal Rainer-Maria Woelki. Ein Untersuchungsbericht wird nicht wie versprochen veröffentlicht. Jetzt wird Woelki auch vorgeworfen, einen Priester, einen alten Freund geschützt zu haben, gedeckt zu haben. Er hat Anschuldigungen nicht an den Vatikan gemeldet. Münchens Erzbischof Reinhard Marx nannte diesen ganzen Komplex kürzlich verheerend für uns alle. Sehen Sie das auch so?

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Kardinal Woelki steht nach Recherchen des Journalisten Joachim Frank im Verdacht, einen Fall sexuellen Missbrauchs vertuscht zu haben: Woelki habe den Täter aus persönlichen Gründen geschützt, so Frank. Ludwig Ring-Eifel, Chef der katholischen Nachrichtenagentur, hält Woelkis Milde für menschlich verständlich.

Meurer: Das ist ein riesiges Problem. Dabei haben wir in Köln sogar ein Vorbild, nämlich den ehemaligen Personalchef Robert Kümpel, immerhin zwölf Jahre Personalchef in Köln und acht Jahre lang Regens, Chef des Priesterseminars. Der hat schon Anfang des Jahres ein großes Interview gegeben, wir hätten in vielen Punkten anders handeln können und wir haben nicht auf die Opfer geschaut. Wir haben ein riesiges Problem und es gibt eigentlich immer nur eine Lösung: Transparenz, Transparenz, Transparenz. Ich selber habe immer vertreten, alle sollen doch mal einfach darstellen, was gewesen ist. Natürlich ist jedem klar, vor 25 Jahren war die Situation anders, aber das kann man doch darstellen und erklären.

Heckmann: Aber diesen Anspruch erhebt ja auch der Erzbischof.

Meurer: Richtig! Ich gehe sogar davon aus, dass er das absolut und unbedingt will. Leider gibt es im Leben Sackgassen und in diese Sackgasse, dass es nämlich rechtlich zuerst mal geregelt werden muss, ist er reingelaufen. Wie man da rauskommt, ist auch ganz einfach. Da muss man sich herumdrehen und in die Gegenrichtung gehen. Also völlige Transparenz jetzt.

Heckmann: Der Pfarrgemeinderat, den Sie gerade schon angesprochen haben, der hat dieser Tage einen geharnischten Brief an den Erzbischof geschrieben. Ich zitiere mal kurz daraus. "Die verschleppte Aufarbeitung der Missbrauchsfälle, die Tatsache, dass nun ein weiteres Gutachten in Auftrag gegeben werden soll, die Instrumentalisierung des Betroffenenbeirats und dass weiterhin offenbar die Verantwortlichen und die Täter geschützt werden, ist für uns als gläubige und verantwortungsvolle Christen nicht mehr hinnehmbar." Da ist die Rede von Strukturen wie in diktatorischen und totalitären Regimen. Und: "Wir fordern Sie auf, den Missbrauchsskandal lückenlos aufzuklären, Verantwortung zu übernehmen, die Täter öffentlich zu benennen und zur Rechenschaft zu ziehen, die Verantwortlichen zu sanktionieren, Schuld einzugestehen und Konsequenzen zu ziehen." Schließen Sie sich dem an?

Meurer: Ja! So sind die Leute bei uns, weil die engagieren sich ja. Wir haben ja auch sehr viele junge Leute. Die Hälfte sind Frauen. Wir haben Mitglieder, die sind Ärztin, die sind Psychologin und so weiter. Bei allen Stellungnahmen hält von sich aus der Pfarrgemeinderat mich immer raus. Das heißt, die sagen, wir sind die Getauften und Gefirmten, wir sind das Volk Gottes, wir handeln, Sie sind der Pastor, machen Sie Ihr Ding. Natürlich, kann ich nur sagen, bin ich stolz auf meinen Pfarrgemeinderat.

Heckmann: Sie haben gerade gesagt, die einzige Möglichkeit, wenn man in einer Sackgasse ist, sich herumzudrehen, in die andere Richtung zu laufen. Haben Sie denn mit dem Erzbischof mal persönlich darüber gesprochen?

Meurer: Es ist so: Ich bin ja mit bei diesem Zukunftsweg unseres Bistums. Erstes Arbeitsfeld: Klimawandel, Vertrauen. Natürlich sehe ich den Erzbischof oft. Ich habe diese, meine Meinung, natürlich ihm auch bei uns im Diözesan- und Pastoralrat, meine Meinung vertreten. Es gibt nur eins: Völlige Transparenz. Diese Meinung haben übrigens auch viele, ganz viele Engagierte, ganz viele wichtige Leute. Im Moment sieht es so aus, als ob wir die Transparenz nächsten März bekommen.

Heckmann: Mit dem neuen Gutachten, das dann veröffentlicht werden soll.

Meurer: Ja.

Heckmann: Wie sehr beschäftigt das die Gemeinde in Köln, Ihre Gemeinde?

Meurer: Ja und nein. Die regen sich natürlich zuerst mal sehr auf. Die haben das gemacht, diese Stellungnahme. Aber es gibt ja auch den Alltag, sich umeinander kümmern. Bei uns wird ja die Öffnung der Kirche alles ehrenamtlich organisiert. Bei uns wird die Kirche ehrenamtlich geputzt. Das heißt, ich bin ja hier der einzige Priester. Bei uns gilt, wer es macht hat die Macht. Es gibt hier 587 Schlüssel. Die Leute machen ihr Ding. Ich mit 69 Jahren mache auch, was ich irgendwie kann. Aber das ist unser Geheimnis. Dann ist zusätzlich alles ökumenisch, unsere Kinderstadt mit 630 Pänz jeden Sommer, diesmal natürlich weniger, Sternsingen, die Familienwerkstatt. Das heißt, uns geht es um die Menschen.

Heckmann: Herr Meurer, ganz kurz noch. Kann denn ein Erzbischof im Amt bleiben, dessen Ruf so angekratzt ist?

Meurer: Sagen wir mal so. Es steht Spitz auf Knopf. Spitz auf Knopf.

Äußerungen unserer Gesprächspartner geben deren eigene Auffassungen wieder. Der Deutschlandfunk macht sich Äußerungen seiner Gesprächspartner in Interviews und Diskussionen nicht zu eigen.

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