Montag, 20.09.2021
 
Seit 16:10 Uhr Büchermarkt
StartseiteSternzeitDer Astronaut aus Taiwan28.08.2021

Kjell Lindgren, der einzige Raumfahrer seines LandesDer Astronaut aus Taiwan

Derzeit kreisen drei chinesische Astronauten in der Station Tiangong-3 um die Erde. Insgesamt waren bisher zwölf Menschen aus der Volksrepublik China im All – auch Kjell Lindgren, geboren in Taiwan, hat bereits den Sprung in die Umlaufbahn geschafft.

Von Dirk Lorenzen

Hören Sie unsere Beiträge in der Dlf Audiothek
Kjell Lindgren (links) probiert gemeinsam mit seinem Kollegen Scott Kelly Salat, der auf der Raumstation gewachsen ist (NASA)
Kjell Lindgren (links) probiert gemeinsam mit seinem Kollegen Scott Kelly Salat, der auf der Raumstation gewachsen ist (NASA)

Der NASA-Astronaut Kjell Lindgren kam 1973 in Taipeh zur Welt – als Sohn einer Taiwanesin und eines US-Amerikaners, der dort für die Luftwaffe stationiert war. Später zog die Familie in die USA. Kjell Lindgren, dessen chinesischer Name Lin Qi'er lautet, wurde Fallschirmspringer beim Militär und studierte Biologie und Medizin. 2009 wählte die NASA den Fliegerarzt als künftigen Astronauten aus.

Ausschnitt aus dem Video, das Kjell Lindgren beim Dudelsack-Spielen zeigt (NASA)Ausschnitt aus dem Video, das Kjell Lindgren beim Dudelsack-Spielen zeigt (NASA)

Sechs Jahre später hat Kjell Lindgren sechs Monate auf der Internationalen Raumstation verbracht. Dabei verließ er die Module zweimal für Außenarbeiten. In die Raumfahrt- wie Musikgeschichte ging er ein, als er während seines Aufenthalts Dudelsack spielte. Vor dem Flug hatte er in Schottland eigens einen Dudelsack aus Plastik herstellen lassen – weil Kunststoff leichter ist und sich einfacher desinfizieren lässt.

Das Spielen von "Amazing Grace" an Bord der ISS hatte dann einen traurigen Hintergrund. Es geschah im Gedenken an den Wissenschaftler Victor Hurst, der die ISS-Besatzung auf ihre Arbeit vorbereitet hatte und ganz plötzlich im Alter von nur 48 Jahren gestorben war. Im kommenden Jahr wird Kjell Lindgren zum zweiten Mal zur Internationalen Raumstation reisen. Dann kann der Taiwanese den drei Kollegen auf der chinesischen Station zuwinken.

Das könnte sie auch interessieren

Entdecken Sie den Deutschlandfunk