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StartseiteUmwelt und VerbraucherSchwierige Verhandlungen um globalen Emissionshandel05.12.2019

Klimakonferenz in MadridSchwierige Verhandlungen um globalen Emissionshandel

Das Pariser Abkommen sieht vor, dass Staaten Klimaschutzprojekte in anderen Ländern finanzieren und so ihre eigene Klimabilanz verbessern können. Bei der Klimakonferenz in Madrid soll nun die Umsetzung dieses Emissionshandels konkretisiert werden. Manche sehen darin eine Chance. Doch es gibt auch Kritik.

Von Georg Ehring

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Blick auf ein Feld aus Sonnenkollektoren in Bhagwanpur in Indien. (picture alliance / dpa/ Sanjeev Gupta)
Das indische Solarkraftwerk Bhagwanpur ist eines der größten in Asien. Solche Projekte könnten durch den Emissionshandel gefördert werden. (picture alliance / dpa/ Sanjeev Gupta)
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Für Länder, die im Kampf gegen die Erderwärmung weniger Erfolg haben als sie sich vorgenommen hatten, bietet das Pariser Abkommen einen Ausweg: Es sieht ausdrücklich vor, dass Staaten Klimaschutz-Projekte in anderen Ländern finanzieren und sich die Einsparungserfolge auf das eigene Konto anrechnen lassen. Viele Umweltschützer sehen diese Möglichkeit allerdings kritisch – Jannes Stoppel von Greenpeace zum Beispiel:

"Da geht es ja um Marktmechanismen, wo wir einfach die große Sorge haben, dass das die Klima-Ambitionen, die hier ja verhandelt werden, nicht unbedingt steigert."

Kosten für CO2-Einsparung könnten sinken

Für andere wiederum bietet die internationale Zusammenarbeit vor allem Chancen – dann nämlich, wenn die Kosten für die Einsparung von Treibhausgasen in einem Land geringer sind als in einem anderen. In der Praxis läuft dies darauf hinaus, dass Industrieländer Projekte in Entwicklungsländern finanzieren, also etwa den Bau von Solaranlagen für die Stromversorgung. Stefano de Clara kümmert sich bei der IETA, dem internationalen Zusammenschluss des Emissionshandels, um das Thema:

"Er kann einen internationalen Markt für Kohlenstoff schaffen und das kann die Kosten für die Verringerung der Emissionen senken und dafür sorgen, dass wir unsere Ziele erhöhen." 

Eine Studie, die die Universität von Maryland in den USA für die Emissionshändler verfasst hat, soll dies belegen.

Stefano de Clara: "Sie haben herausgefunden, dass internationale Märkte das Potenzial dafür haben, bis zum Jahr 2030 die Kosten für das Erreichen der nationalen Klimaziele um 320 Milliarden Dollar zu senken. Und wenn der Ertrag wiederum in den Klimaschutz investiert würde, dann könnten wir bis 2030 zusätzlich neun Milliarden Tonnen CO2 einsparen."

Doppelbuchungen als Schlupfloch?

Und das wäre etwa das Zehnfache dessen, was Deutschland derzeit pro Jahr an Treibhausgasen in die Atmosphäre entlässt. Doch wie genau der grenzüberschreitende Handel mit Verschmutzungsrechten funktionieren soll, das ist noch längst nicht klar. Beim letzten Klimagipfel im polnischen Kattowitz gab es hierzu keine Einigung, dieses Mal soll sie gelingen. Christoph Bals von der umwelt- und entwicklungspolitischen Organisation Germanwatch befürchtet, dass durch unklare Formulierungen Schlupflöcher für Doppelbuchungen entstehen könnten:

"Das eine ist, dass es eine Gruppe von Ländern gibt, die wollen, dass man die Emissionsreduktionen doppelt von den Klimazielen abziehen kann: Einerseits die Länder, die den Klimaschutz finanzieren und andererseits die Länder, in denen er durchgeführt wird. Zweimal abziehen von den Klimazielen und einmal nur Klimaschutz machen, wäre ein Riesenschlupfloch."

Ausgang der Verhandlungen noch offen

Vor allem Brasilien hatte in Kattowitz auf der Möglichkeit solcher Doppelzählungen bestanden, sodass das Thema auf die nächste Konferenz in Madrid verschoben werden musste. Das Land hat jedoch ein großes Interesse an dem Thema: Projekte zum Schutz des Regenwaldes oder zur Pflanzung neuer Wälder könnten vom Ausland finanziert werden. Stefano de Clara ist auch deshalb zuversichtlich, was eine Einigung in Madrid angeht.

"Ich bin zuversichtlich, dass es in den nächsten zehn Tagen gelingen wird, einen Abschluss und einen Kompromiss zu finden, der für Brasilien passt, aber auch für die anderen Staaten, die in dieser Frage anders denken."

Ob das eine gute Nachricht für das Klima wäre - das hängt wohl davon ab, auf was genau sich die Staaten dabei einigen.

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