Vier Jahre Krieg in der Ukraine
"Koalition der Willigen" sichert Kiew Solidarität und weitere Militärhilfen zu

Am 24. Februar 2022 begann der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine. Zum vierten Jahrestag reisten zahlreiche europäische Spitzenpolitiker nach Kiew. Das Signal war deutlich: Die "Koalition der Willigen" steht hinter der Ukraine. In einer weiteren Erklärung zeigten sich auch die G7-Staaten noch einmal ausdrücklich solidarisch.

    Das Foto zeigt Mitglieder der "Koalition der Willigen" in Kiew, darunter neben dem ukrainischen Präsidenten Selenskyj auch EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen.
    Die "Koalition der Willigen" steht nach eigenem Bekunden fest an der Seite Kiews. (AFP / UKRAINIAN PRESIDENTIAL PRESS SERVICE)
    Auf dem Programm in Kiew standen etwa ein gemeinsames Gedenken und ein Gebet in der Sophienkathedrale, aber auch ein Treffen der "Koalition der Willigen", zu dem weitere Teilnehmer per Video hinzugeschaltet wurden.

    Von der Leyen spricht von "grim anniversary", einem düsteren Jahrestag

    EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen schrieb anschließend auf X, dies sei ein düsterer Jahrestag. Umso mehr bleibe man an der Seite Kiews und werde bei den Rüstungslieferungen einen Fokus auf die Luftverteidigung, auf Drohnen und auf weitreichende Munition setzen. Man arbeite an robusten Sicherheitsgarantien - und zwar zusammen mit den USA.

    G7 für Friedensprozess durch direkte Gespräche

    Die G7-Staaten stellten sich in ihrer Erklärung auch hinter die Bemühungen von US-Präsident Trump, einen Friedensprozess durch direkte Gespräche einzuleiten. Ein Abkommen könne nur durch Verhandlungen zwischen Kiew und Moskau erzielt werden, heißt es in der gemeinsamen Erklärung. Die Gruppe unterstützte auch die Sicherheitsgarantien der "Koalition der Willigen".
    Zur G7 gehören die USA, Kanada, Großbritannien, Deutschland, Frankreich, Italien und Japan. Die Koalition der Willigen umfasst mehr als 30 Länder - nicht aber die USA.

    Selenskyj: "Putin hat die Ukraine nicht gebrochen"

    Der ukrainische Präsident Selenskyj bekräftigte in mehreren Erklärungen den Widerstandswillen seines Landes. In einer Fernsehbotschaft sagte Selenskyj, Kremlchef Putin habe die Ukraine nicht gebrochen und den Krieg nicht gewonnen. Selenskyj wandte sich auch per Videoansprache an das EU-Parlament.

    Starmer: Ukrainer halten immer noch stand

    Auch der britische Premierminister Starmer würdigte ausdrücklich die Widerstandskraft der Ukraine. Starmer sagte in einer Rede vor seinem Kabinett, die Ukrainer hielten der Aggression noch immer stand, sowohl unter extrem herausfordernden Bedingungen an der Front als auch im zivilen Leben. Jeden Tag stünden die Menschen auf und gingen zur Arbeit. Das sei ein Zeichen von Widerstandskraft und Trotz.

    Merz würdigt "unverwüstlichen Mut" der Ukraine

    Bundeskanzler Merz richtete sich in einer Videobotschaft ebenfalls an das ukrainische Volk. Die Ukraine verteidige ihre Freiheit mit unverwüstlichem Mut und Zuversicht, sagte Merz. Bei einem Friedensgebet in Berlin gedachten Bundespräsident Steinmeier und weitere Politiker der Opfer des Krieges.
    Der französische Präsident Macron bezeichnete den Ukraine-Krieg als dreifachen Misserfolg für Russlands Präsidenten Putin. Der Krieg habe die NATO gestärkt, die Europäer vereint und die Zerbrechlichkeit eines Imperialismus aus einem anderen Zeitalter offenbart.

    Putin wirft Ukraine vor, Friedensprozess zu sabotieren

    Der russische Präsident Putin warf der Ukraine am Jahrestag vor, den Friedensprozess zu sabotieren. Kreml-Sprecher Peskow räumte ein, dass Russland seine Ziele bisher nicht erreicht habe. Zudem sei aus dem Konflikt mit der Ukraine eine Konfrontation mit dem Westen geworden. Es handele sich nun um einen Konflikt mit Nationen, die Russland vernichten wollten.

    Weiterführende Informationen

    Verteidigungsminister Pistorius - Ukrainer haben ”unglaublichen Durchhaltewillen”
    Vier Jahre russische Invasion - Hilfsorganisationen warnen vor den Auswirkungen des Krieges auf ukrainische Kinder
    Diese Nachricht wurde am 24.02.2026 im Programm Deutschlandfunk gesendet.