Koran erklärt  

Sure 2 Vers 218Die Bedeutung von Dschihad

Das Wort Dschihad wird meist mit Heiliger Krieg in Verbindung gebracht. Ein Blick in den Koran zeigt, der Gedanke der Kriegsführung steckt eigentlich in zwei anderen arabischen Wörtern. Was ist passiert?

Sure 2 Vers 150Wie der Koran die Mathematik vorangebracht hat

Irgendwann erfolgte im Koran die Aufforderung, sich beim Gebet nicht mehr gen Jerusalem aufzustellen, sondern in Richtung der Kaaba in Mekka. Solange die Kaaba in Sichtweite war, war das unproblematisch. Mit den Eroberungen großer Teile der damaligen Welt mussten sich die Muslime aber etwas einfallen lassen. Das brachte die Mathematik so weit voran, dass wir noch heute davon profitieren.

Sure 3 Vers 110"Ihr seid die beste Gemeinschaft"

Muslimen wird im Koran mehrfach gesagt, dass sie eine besondere "umma" (Gemeinschaft) seien. Daraus wird mitunter ein Überlegenheitsanspruch formuliert, der dramatische Folgen haben kann.

Sure 2 Vers 138Taufe und Beschneidung bei Jungen

Der Koran verurteilt den theologischen Streit zwischen Juden und Christen. Er verfolgt regelrecht ein anti-sektiererisches Programm. Wichtig dabei ist Abraham, der seinen Bund mit Gott durch Beschneidung besiegelte. Oder alternativ die Taufe bei den Christen. Aber wie es mit dem Muslimen?

Sure 5 Vers 54Die Milde vieler liberaler Muslime ist fehl am Platz

"Ich selbst möchte auch nicht freundlich zu Rassisten sein, zu Homophobikern, Islamfeinden, Antisemiten, Frauenfeinden und Besatzern", bekennt unser Autor Professor Farid Esack und sieht sich dabei im Koran bestätigt. Der Eifer zeitgenössischer liberaler Muslime, "die unbedingt mit allen Menschen in Harmonie leben wollen", wird nach seinem Verständnis in Vers 54 der Sure 5 zurückgewiesen.

Sure 17 Vers 44Anstoß zu einer islamischen Umwelt-Ethik

Fromme Muslime würden weder Blätter noch Blumen pflücken, um nichts Geschaffenem die Möglichkeit zu nehmen, Gott zu loben, erklärt unsere Autorin Dr. Sarra Tlili. Sie würden auch Tieren nicht ins Gesicht schlagen. Der Koran spreche nicht-menschlichen Wesen die Fähigkeit zum Gotteslob zu und habe damit eine Art islamische Umwelt-Ethik angestoßen.

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Archiv / Koran erklärt  

Sure 6 Vers 145Das Schweinefleisch-Verbot im Islam und seine Bedeutung

Dass Muslime kein Schweinefleisch essen dürfen, ist ein prominentes Beispiel für Speisevorschriften; wobei die Gründe dafür umstritten sind. Speisevorschriften gibt es in vielen Religionen - auch im Christentum. Aber wie Nicolai Sinai von der Oxford University zeigt, geht es dabei nicht zwangsläufig um den Genuss eines Produkts, wie man meinen könnte.

Sure 19 Vers 20Menschliches Klonen und künstliche Befruchtung im Islam

Die moralische Bewertung moderner Techniken der Reproduktionsmedizin wie künstliche Befruchtung wird auch im Islam diskutiert. Auf der Suche nach Argumenten werden viele im Koran fündig - etwa in der Erzählung der Jungfrauengeburt Jesu. Doch wo manche Gelehrte selbst menschliches Klonen befürworten, sorgen sich andere um die traditionellen Werte.

Sure 27 Vers 18Von wundersamen Tiergeschichten und Streitigkeiten im Internet

Tiere spielten schon in der altarabischen Dichtung eine besondere Rolle. Auch im später entstandenen Koran tauchen verschiedene Tiere auf. Zu manchen gibt es ebenso wundersame wie unterhaltsame Geschichten. Sie beeinflussen bis heute muslimisches Denken.

Sure 33 Vers 40Warum Mohammed keinen Sohn haben durfte

Mohammed verliebte sich in die Frau seines Adoptivsohns Zaid, worauf hin der sich scheiden ließ und den Weg für seinen Vater frei machte. Und nicht nur das! Mohammed löste auch die Vater-Sohn-Verbindung wieder auf. Hätte er das nicht getan, hätte die Geschichte des Islams eine Wendung genommen, die den frühen Führer der muslimischen Gemeinde offenbar widerstrebte.

Sure 12 Vers 42Die Josefs-Erzählung

Die Geschichte von Josef in Ägypten ist aus Bibel und Thora bekannt. Der Koran erzählt sie auf seine eigene Weise und lässt mehrere Schlussfolgerungen daraus zu.

Sure 5 Vers 18...weil sich Juden und Christen "Söhne Gottes" nennen

Juden und Christen bezeichnen sich als "Söhne Gottes. Was kann diese beanspruchte Sonderstellung wert sein, wo doch der jüdische Tempel zerstört, Christus ans Kreuz geschlagen wurde und die Märtyrer in den Arenen der Römer umkamen? Die Auseinandersetzung mit den älteren Geschwisterreligionen ist ein zentrales Thema im Koran.

Sure 9 Vers 60Eine besonders fortschrittliche Sozialversicherung im Altertum

Bereits für die ersten Muslime galt eine Art Sozialversicherung. Sie deckte mehr Risiken ab, als die meisten heutigen Versicherungslösungen. Sie kannte sogar eine "Reise-Versicherung". Basis dieser sozialen Gerechtigkeit war die Almosensteuer (Zakat), worauf Muslime bis heute mächtig stolz sind.

Sure 19 Vers 54Ismael und die Brutalität des Märtyrertums

Ismael gilt als Stammvater der Araber. Nur weiß der Koran wenig über ihn zu sagen, außer in Sure 19. Aber vielleicht ist er nicht einmal hier gemeint, sondern ein anderer Ismael, der wiederum für die schlimmen Auswüchse menschlicher Brutalität im Altertum steht, wo vom Skalpieren und Abziehen der Gesichtshaut der Rede ist.

Sure 11 Vers 35Ein neuer Noah

Der koranische Prophet ist Teil vieler Verse. Seine Figur wird eingeführt und etabliert. Sure 11 Vers 35 untermauert die Vorstellung von ihm als eine Art neuer Noah. Das ist ein bekanntes Bild in der Religionsgeschichte.

Sure 30 Vers 22Gesellschaftliche Pluralität als Zeichen Gottes

Menschen unterscheiden sich nach Sprache, Hautfarbe, religiöser Überzeugung und mehr. Der Koran erkennt diese Verschiedenheit nicht nur an, er gibt sie quasi vor. Denn islamisch gesehen ist alles plural – außer Gott.

Sure 4 Verse 78-79Wie Gut und Böse entstehen

Wodurch kommt das Gute in die Welt und wodurch das Böse? Wie lässt sich ein allmächtiger Gott rechtfertigen, angesichts des Bösen und des Leids in der Welt? Über die Frage der Theodizee machen sich Muslime seit Jahrhunderten Gedanken und haben Antworten gefunden.

Sure 50 Vers 6Der Koran als Motor der Wissenschaft

Die islamische Welt war einst eine fortschrittliche Weltregion - nicht trotz des Korans, sondern wegen ihm: Forschungen zufolge wurde das Heilige Buch der Muslime damals nicht nur genutzt, um Naturwissenschaften zu rechtfertigen, sondern auch um diese anzustoßen.

Sure 60 Vers 4Abraham und die Dschihadisten

Dieser Tage steht Abraham wieder im Zentrum muslimischer Frömmigkeit. Muslime feiern das Opferfest, das an ihn erinnert. "Ein schönes Vorbild habt ihr an Abraham", heißt es im Koran. Dschihadisten benutzen den Vorvater von Juden, Christen und Muslimen aber auch zur religionspolitischen Mobilisierung. Das geben die Verse nicht her.

Sure 99 Verse 1-5Das Erdbeben am Ende aller Tage

Der Koran berichtet von einem Erdbeben. Man kann das wörtlich verstehen. Man kann das aber auch im übertragenen Sinne verstehen und so in die Tiefen der philosophischen Welten des Korans vordringen.

Sure 60 Vers 7Über den Umgang mit Nicht-Muslimen

Die einen sagen, der Koran ruft dazu auf, Nicht-Muslime zu bekämpfen. Die anderen sagen, er fordert einen freundlichen und respektvollen Umgang mit ihnen. Unsere Autorin, Professorin Asma Afsaruddin, hat sich mit den historischen und modernen Sichtweisen zu der Frage befasst, und kommt zu einem eindeutigen Schluss.

Sure 5 Vers 69Wer sind die Sabier?

Christen und Juden haben laut Koran eine privilegierte Stellung gegenüber anderen religiösen Gruppen, sie werden als Gläubige anerkannt. So viel ist bekannt. Gleiches gilt aber nun auch für die Sabier. Doch wer sind diese Sabier eigentlich?

Sure 4 Vers 11Die Benachteiligung von Frauen im islamischen Erbrecht

Heutzutage gibt es viel Kritik am Erbrecht im Islam, das Männer und Frauen hinsichtlich ihres vorgeschriebenen Erbanteils ungleich behandelt. Mit Blick auf die Moderne mag diese Kritik berechtigt sein, erläutert Shady Nasser von der Harvard University in den USA. Zur Zeit der Entstehung des Korans vor 1.400 Jahren habe sich die Sache jedoch etwas anderes dargestellt.

Sure 25 Vers 53Zwei rätselhafte Gewässer

Schon in der Antike hat man sich viele Gedanken über die Beschaffenheit der Erde gemacht. Um zu verstehen, vertrauten viele Menschen den Schilderungen in ihren Heiligen Schriften. Doch diese kosmologischen Beschreibungen sind heute nicht mehr so leicht zu verstehen. Was etwa ist mit "den beiden Gewässern" gemeint, das eine süß, das andere salzig?

Sure 37 Verse 6-8Satan und der Oberste Rat der Engel

Es gibt im Koran einen irritierenden Vers. Er besagt, dass es im Himmel einen Obersten Rat gebe. Wie kann das sein, wo doch Gott allein der Souverän ist und die absolute Weisheit besitzt? Die Antworten führen in die Kosmologie der semitischen Völker im Altertum.

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